Taunus

Der Taunus - zwischen Limes und Sendeanlagen

Grosser Feldberg im Taunus
Der Taunus ist ein deutsches Mittelgebirge und Teil des Rheinischen Schiefergebirges, der linksrheinisch in den Hunsrück und im Osten in die Wetterau übergeht. Höchster Berg ist der Große Feldberg mit 880 Metern Höhe (Bild). Weitere Anhöhen sind der Altkönig (798 m) und der kleine Feldberg (825 m). Im Norden bildet das Tal der Lahn mit dem Limburger Becken, im Süden das Main-Taunusvorland seine natürliche Grenze. Der Taunus erstreckt sich im wesentlichen über die Landkreise Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Rheingau-Taunus-Kreis. In seinem Zentrum liegt der Naturpark Hochtaunus. Naturräumlich wird der Taunus in unterschiedliche Teillandschaften gegliedert. Im Süden liegen die stärker bewaldeten und höher gelegenen Teile mit dem Vortaunus und dem Hohen Taunus (Taunushauptkamm). Insgesamt fällt der Taunus nach Norden zur Lahn hin ab. Das Gebirge kann dabei als Scholle betrachtet werden, die im Süden stärker gehoben und nach Norden gekippt ist (Pultscholle). Im Bereich Idstein - Bad Camberg ist eine Senkungszone ausgebildet (Idsteiner Senke), die nach Nordwesten in das Limburger Becken übergeht und den Taunus nördlich des Hohen Taunus in den westlichen und östlichen Hintertaunus teilt. Diese Teile des Taunus sind insgesamt nicht mehr so hoch und hügelig wie die südlicheren Teile, es finden sich auch ausgeprägte Hochflächen, die sich durch stärkere landwirtschftliche Nutzung auszeichnen.

Vom 1. bis 3. Jahrhundert verlief der heute stellenweise noch sichtbare Obergermanisch-Raetische Limes auf dem Taunuskamm. Römische Quellen berichten vom Volksstamm der Chatten in dieser Region. Auf dem Altkönig sind noch heute Überreste von keltischen Befestigungsanlagen sichtbar. Der Name des Höhenzuges war bis in das 18. Jahrhundert schlicht "die Höh", er hat sich in den Ortsnamen Bad Homburg vor der Höhe und Rosbach vor der Höhe erhalten. Das lateinische "Taunus" rührt von Tacitus her, der in den Annalen von einem "castellum in monte tauno" schreibt, das vermutlich das heutige Friedberg bezeichnet.

Der Feldberg trägt seit vielen Jahrzehnten Sendeanlagen von Radio, Fernsehen, Flugfunk, Amateurfunk und anderen Funkdiensten. Drei große Sendetürme machen den Großen Feldberg als markanten Punkt in der Landschaft aus. Technisch einmalig ist der große hölzerne Sendeturm auf der Feldbergspitze.

Taunuskamm
Blick auf den Taunuskamm aus der Wetterau im Sonnenuntergang. Links der Große Feldberg, rechts der Steinkopf.

Die Geschichte vom Brunhildisfelsen auf dem Feldberg

Auf dem Feldberg liegt ein merkwürdiger Felsen, der beinahe so aussieht wie ein riesiges Sofa. Er heißt Brunhildisfelsen. Wenn die Germanen in den Krieg zogen, dann sandte der Gott Odin (Wotan) stets eine Anzahl Jungfrauen hinaus auf das Schlachtfeld. Einige halfen im Kampf, andere verbanden Wunden, wieder andere trugen die Toten hinauf nach Walhalla. Diese Jungfrauen hießen die Walküren.

Die Walküre Brunhildis sollte nach dem Willen Odins den Sieg verleihen. Einmal gehorchte sie dem Befehl des Gottes nicht. Darüber erboste er gewaltig und bestrafte sie hart. Viele Jahre lang musste sie auf einem steinernen Bett auf dem Feldberg schlafen. Damit niemand sie aufweckte, brannte rings um den Feldberg ein riesiges Feuer. Als Jungsiegfried an den Rhein kam und die lodernde Flamme auf der Höhe erblickte, ritt er eilends hinauf und sprengte mit einem gewaltigen Satz in den Feuerkreis. Hier fand er die schlafende Jungfrau und weckte sie mit einem Kuß. Zur Verlobung schenkte er ihr einen goldenen Ring. Dann zog er weiter. Seine Braut Brunhildis reiste in ein Schloß auf einer Insel im fernen Meer. Dort hoffte sie von einem Tag zum anderen auf die Rückkehr Siegfrieds. Ihr steinernes Bett liegt aber noch heute auf dem Feldberg und heisst "Der Brunhildisfelsen".

Quelle: Schulbuch "Hessen unser Heimatland"

Der Taunus im Bild


Brunhildisfelsen
Vom "Brunhildisfelsen" aus hat man einen wunderbaren Ausblick ins Taunushinterland.

Blick ins Taunushinterland
Blick vom Brunhildisfelsen in den Hintertaunus.


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© | Alexander Hitz