Reichelsheim

Hochwasser in Reichelsheim

Die bei Reichelsheim etwa 1,5 Kilometer breite Horloffaue ist seit jeher ein großflächiges Überschwemmungsgebiet. Immer wieder steigt im Winter und im Frühjahr der Wasserpegel des sonst kleinen Flusses Horloff und des zwischen Echzell und Florstadt parallel verlaufenden Horloff-Flutgrabens aufgrund starker Regenfälle und der Schneeschmelze soweit an, das weite Flächen der Horloffaue überflutet werden.

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Diese Panorama-Aufnahme aus 2001 zeigt die Horloffaue zwischen Reichelsheim und Leidhecken bei "Land unter" und wurde vom Lochberg aus gemacht (Anklicken zum Vergrößern).

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Große Flächen der Horloffaue sind bei Hochwasser überflutet.

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Bei Hochwasser werden auch Teile der Rollbahn des Reichelsheimer Flugplatzes überflutet. Die 2007 gebaute neue Landebahn liegt hoch genug, um nicht überflutet zu werden.

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Am historisch-ökologischen Rundwanderweg rund um Reichelsheim kann es bei den Kopfweiden an der Horloff bei Hochwasser schon mal knapp werden. Bei extremen Hochwasser steht des Wasser bis auf dem Pfad.

Hochwasser 2002

Nachfolgende Bilder entstanden beim größeren Hochwasser im Jahr 2002. Dabei kam die Horloff an ihre Grenzen, der Sportplatz und die Weisen standen unter Wasser. Die Bilder zeigen die Hochwassersituation am 3.Januar.

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Am Agendaraum hat die Horloff den Fussweg (rechts im Bild, entlang des Hauses) bereits überschwemmt.

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Durch den Druck des Wassers wurde der alte Sportplatz überflutet.

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Aus einem Kanaldeckel am Rand des Sportplatzes quillt Horloffwasser und flutet den Sportplatz.

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Am Fußsteg in den Haingärten ist nur noch wenig 'Luft'. Im Hintergrund sieht man die überfluteten Wiesen.

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Zwischen Gettenau und Echzell tritt die Horloff über die Ufer und flutet die Wiesen zwischen Gettenau und Bingenheim.

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Blick von Gettenau nach Reichelsheim, auch hier tritt die Horloff über die Ufer.

Hochwasser 2003

Am 4.Januar 2003 erreichte die Horloff nach mehreren Unwettern mit viel Regen einen der höchsten Pegelstände seit vielen Jahrzehnten in Reichelsheim. Dabei war die Reichelsheimer Feuerwehr im Dauereinsatz und versuchte vor allem die an der Horloff gelegene Firma Welcker trocken zu halten. Auch das Abwasserpumpwerk musste durch einen Sandsackdamm vorsichtshalber geschützt werden. Dazu wurden rund 2500 Sandsäcke beim THW geordert.
Die Pegelmessstelle der Nidda in Nieder-Florstadt zeigte 2003 einen Maximalwert von 3,20 Metern. Bei einem Hochwasser im August 1981 wurde hier 3,43 Meter gemessen.

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Die Steinbogenbrücke am Kindergarten ist fast nicht mehr zu sehen, das Wasser steht fast bis auf der Neugasse.

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Das Wasser steht auch auf Grundstücken in der Turmgasse.

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Selbst Teile des Spielplatzes sind überflutet.

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Blick auf die Willy-Nohl-Straße zwischen den beiden Sportplätzen.

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Das Wasser steht bis an der Unterkante des Fußsteges an der Rossgasse. Treibgut sammelte sich davor, es musste von der Feuerwehr beseitigt werden, um die Brücke zu schützen.

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Ein kritischer Pegelstand ist erreicht. Ab Fußsteg tritt die Horloff über die Ufer und flutet die Wiesen zwischen Kleintierzuchtanlage und Abwasserpumpwerk.

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Die Horloff an der Riedbrücke kurz vor dem Flugplatz. Die Wassermengen schöpfen das Trapezprofil voll aus. Teile der Landebahn (links im Bild) sind bereits überflutet.

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Aufgrund der starken Regenfälle kommt mehr Wasser aus den Drainagen der Äcker, als über den Zufluss zu Horloff abfließen kann. Am Leidhecker Feldweg hat sich ein See gebildet (rechts), dessen Wassermassen über die Dammkrone in die Horloff (links) fließen.

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Nächtlicher Feuerwehreinsatz: Aus Bad Vilbel wurden zunächst Sandsäcke geordert und damit versucht die Werkstätten der Firma Welcker abzudichten.

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Am Abwasserpumpwerk wird Damm aus Sandsäcken gebaut, um bei Überlauf der Horloff ein Eindringen des Wassers in das Pumpwerk mit seinem metertiefen Schacht und den Transformator zu verhindern.

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Der alte Sportplatz ist vollständig überflutet, langsam steigt das Wasser über die Neugasse bis in den Hof der Firma Welcker. Es wurde versucht, mit Sandsäcken das Wasser abzuhalten. Die Neugasse wurde für den Verkehr gesperrt.

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Durch den Einsatz mehrerer (Tauch-)Pumpen wurde das in den Hof eindringende Wasser mehrere Tage kontinuierlich abgepumpt, bis der Pegel der Horloff (im Hintergrund) wieder gefallen war.

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Dieses Bild von der Hochwasserlage zwischen Gettenau und Bingenheim lässt nur noch erahnen, wo sich der Bachlauf der Horloff befindet. Weite Fläche zwischen den beiden Orten sind überflutet.

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In Höhe des Gettenauer Bahnhofs wurde die Dammkrone an mehreren Stellen geöffnet, um die Horloff zu entlasten. Das Wasser überflutete Grasflächen zwischen Gettenau und Bingenheim.

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Während des Hochwasser 2003 setzte massiver Frost ein. So wurden die entstandenen riesigen Eisflächen in der Horloffaue, wie hier im Bingenheimer Ried, zum Schlittschuhlaufen genutzt.


Hochwasser 2011

Auch im Januar 2011 stieg die Horloff aufgrund der Schneeschmelze und Niederschläge massiv an. In Reichelsheim wurde wieder ein kritischer Pegelstand erreicht. Er führte allerdings nicht zu Hochwassereinsätzen der Feuerwehr. Lediglich vorbereitende Maßnahmen liefen an. Wassermassen wie 2003 blieben glücklicherweise aus, nachdem flussaufwärts bei Utphe ein Entlastungsgraben in den 'Oberen Knappensee' gezogen wurde und so die Horloff durch in den Knappensee fließende Wassermassen entlastet wurde.

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Beim Hochwasser 2011 kam Reichelsheim glimpflich davon. Das Bild zeigt die Horloff an den Haingärten.

Text und Bilder: Alexander Hitz



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