Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 15.09.2022

Katastrophenschutz im Wetteraukreis: Auf den Ernstfall 'Hochwasser' vorbereiten
(Teil 2)

Wetteraukreis (pdw) - Wenn ein Großfeuer ausbricht, ein schlimmer Unfall geschieht oder der Strom plötzlich flächendeckend ausfällt, trifft das die Menschen meist völlig unerwartet. Nicht erst die Corona-Pandemie, das fatale Hochwasser in Büdingen im vergangenen Jahr oder die aktuelle Energiekrise zeigen: Derlei Schadensereignisse können auch den Wetteraukreis heimsuchen. In einer vierteiligen Serie informiert die Kreisverwaltung deshalb über mögliche Szenarien - und wie die Bürgerinnen und Bürger vorsorgen können. Teil 2: Unwetterkatastrophen oder Hochwasserereignisse.

Für Menschen, die in der Nähe von größeren Gewässern wohnen, ist ein hoher Wasserstand zunächst kein besonderer Anblick. Kleinere Hochwasser gibt es regelmäßig - beispielsweise zur Schneeschmelze nach dem Winter. Doch es gibt auch die sogenannten 'Jahrhunderthochwasser", die bundesweit für Aufsehen sorgen und lange nicht in Vergessenheit geraten - wie das schreckliche Hochwasser im Ahrtal 2021. Doch auch die Wetterau bleibt von Starkwetterereignissen nicht verschont. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde die Büdinger Altstadt und Teile unseres östlichen Landkreises von Wassermassen heimgesucht und hinterließen eine Welle der Zerstörung.

Hochwasserschutzmaßnahmen sind hier das Stichwort: Zum Beispiel im Einzugsgebiet der Nidda, das fast den ganzen Wetteraukreis umfasst, gibt es eine ganze Reihe von Hochwasserschutzeinrichtungen. Das sind in erster Linie die Niddatalsperre bei Schotten, aber auch die großen Hochwasserrückhaltebecken an Eichelbach und bei Büdingen-Düdelsheim. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Pegeln, durch die rund um die Uhr die Wasserstände in den Bächen überwacht werden. Die Pflege der Hochwasserschutzeinrichtungen obliegt den Wasserverbänden, in denen sich die für den eigenen Hochwasserschutz zuständigen Kommunen zusammengeschlossen haben.

Beim Überschreiten von bestimmten Höhen und Pegeln wird automatisch die Leitstelle und damit der Rettungs- und Katastrophenschutz sowie die kommunalen Feuerwehren informiert.

Besonders problematisch sind Starkregenereignisse im Sommer, die plötzlich und räumlich sehr begrenzt auftreten. Auch für Meteorologen ist nicht immer vorhersehbar, wo die Wassermassen niedergehen. Die Oberläufe der Flüsse und Bäche im Wetteraukreis sind durch die engen Täler ohnehin schwer zu prognostizieren.

Im Ernstfall schnell handeln
Was also tun, um sich möglichst gut auf den Fall der Fälle vorzubereiten? Zunächst sollte sich jeder selbst darüber bewusst werden, ob die eigene Wohnlage potentiell hochwassergefährdet ist. Wenn ja, gilt es, sich stets über die Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen auf dem Laufenden halten - beispielsweise über Radio und Fernsehen, das Internet oder Warn-Apps wie 'hessenWARN' und 'NINA'. Informationen zu aktuellen Hochwasserständen findet man bei den Hochwasserzentralen der Länder, Informationen zu Hochwasserrisikogebieten direkt bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.

In einem weiteren Schritt sollten innerhalb des Haushalts wichtige Fragen geklärt werden: Wie können Kranke, Hilfsbedürftige und Haustiere evakuiert werden - und wohin? Wer ist wofür zuständig, wenn es zu einer Überschwemmung kommt? Eine Möglichkeit ist, sich mit Nachbarn auf Not- und Gefahrenzeichen zu verständigen.

Wenn ein Hochwasser angekündigt wurde, muss schnell gehandelt werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät, sich dann zum Schutz mit Sandsäcken, Schalbrettern, wasserfesten Sperrholzplatten und Silikon einzudecken. Wertvolle Möbel und teure technische Geräte sollten wenn möglich in höherliegende Räume gebracht werden.

Als weitere Vorsorgemaßnahmen sollten ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser, ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio, eine Taschenlampe, ein Campingkocher, eine Campingtoilette und ein Notfallrucksack samt Dokumentenmappe vorhanden sein.

'Leider lassen sich Unwetterkatastrophen kaum verhindern. Im Fall der Fälle werden die Einheiten der kommunalen Feuerwehren, aber auch die Hilfsorganisationen und zur Unterstützung das Technische Hilfswerk als Bestandteil des Katastrophenschutzes im Wetteraukreis schnell alarmiert. Auch Bürgerinnen und Bürger können durch eigene Vorbereitung und Vorkehrungen dabei helfen, dramatische Ereignisse wie ein Hochwasser besser zu überstehen', so Landrat Weckler.


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Landrat Jan Weckler und der Büdinger Bürgermeister Erich Spamer auf der Brücke zum Jerusalemer Tor. Hier lief das Wasser aus der Altstadt direkt in den Graben um die Altstadt.(Archivbild, Januar 2022)


Quelle: Pressedienst Wetteraukreis vom 15.09.2022



Meldung von www.alexanderhitz.de