Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 08.10.2021

Grüne kritisieren Politik in Reichelsheim - 'Alter Wein in neuen Schläuchen'

In einer Pressemitteilung kritisieren die Reichelsheimer Grünen die Politik von Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst und den Sozialdemokraten. Im Weckesheim sollen etwa 60.000 Quadratmeter Ackerböden für Gewerbe geopfert werden.

Reichelsheim - 'Nach zwölf Jahren Bürgermeister Bischofsberger haben sich viele Reichelsheimer von Frau Herget-Umsonst und der SPD eine neue Politik für die Stadt gewünscht', schreibt die vor kurzem wiederbelebte Partei 'Die Grünen' aus Reichelsheim in einer Pressemitteilung.

Nach Ansicht der Grünen gehe es jedoch genauso weiter wie bisher. Zeugnis dafür sei unter anderem die geplante Rodung des 'Wäldchens' zugunsten einer neuen KiTa. 'Im neuen Gewerbegebiet in Weckesheim sollen rund 60.000 Quadratmeter wertvoller Ackerboden für ein Gewerbegebiet, Parkplätze, Zufahrtsstraßen und nach der Ursprungsplanung auch für Diskotheken geopfert und zubetoniert werden', so die Grünen weiter in ihrer Pressemitteilung.

Diese große Bauleitplanung sei ursprünglich mit nur zwei Stimmen Mehrheit von CDU und Freien Wählern beschlossen worden. 'Und das, obwohl weniger wertvolle Böden, zum Beispiel aufgefüllte Tagebauflächen, zur Verfügung stehen, aber nicht geprüft wurden, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Sonderbar ist dies, war die SPD-Fraktion zuvor doch geschlossen gegen diese Planung', schreiben die Grünen weiter.

Die Problematik mit dem großen Altwagenentsorgungsbetrieb in Weckesheim mit Lärm und Benzingestank werde auf die lange Bank geschoben. Man spiele den Ball der Verantwortung zwischen dem Regierungspräsidium Darmstadt und der Stadt hin und her.
Die Ökopartei fragt: Wie sieht es mit Emissions- und Verkehrsgutachten aus? Und was sagt ein Umweltbericht zu all den geplanten Maßnahmen? Auf der städtischen Internetseite sei dazu nichts zu finden. Die Bedenken und Einwände der Anwohner zu dem Bauleitverfahren würden beiseite gewischt, finden die Grünen.

Alternativen für den Bau der neuen Kindertagesstätte in Reichelsheim seien mit fadenscheinigen Argumenten als nicht machbar abgetan. Die Grünen kritisieren weiter: 'Und was die angebliche Hochwassergefahr für diesen Bereich betrifft, muss man sich fragen, ob da nicht mit falschen Fakten gearbeitet wird. Jedenfalls kam das fotografierte Wasser auf der Alternativbaufläche nicht von der Horloff, denn die war nicht über ihre Ufer getreten. Außerdem wissen wir, dass unser Wäldchen ein ausgezeichneter Wasserspeicher ist und damit als Puffer bei Hochwasser dienen kann.' Als Fazit bliebe: Die SPD-Mehrheit mit der neuen Bürgermeisterin mache da weiter, wo Herr Bischofsberger aufgehört habe: Roden, Versiegeln, Betonieren und Aussitzen. Als gäbe es keinen Klimawandel.



Quelle: Grüne Reichelsheim vom 08.10.2021, Red.



Meldung von www.alexanderhitz.de