Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 30.04.2020

Landwirte suchen Erntehelfer - Ausnahme von der Quarantäneregelung

Die Landwirte können etwas aufatmen. Es regnet wieder, wenn auch längst nicht genug. Jetzt ist viel auf den Feldern zu erledigen. Nicht nur der Spargel muss gestochen werden. Gemüse, Salat und anderes mehr müssen gesetzt und gepflegt werden.

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(Symbolbild)

Im vergangenen Jahr haben fast 300.000 'nicht ständige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft' mit dafür gesorgt, dass gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet wurde. In Zeiten von Corona ist das nicht mehr so leicht. Bis Ende März galt ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter. Dieses wurde gelockert, im April und Mai dürfen jeweils 40.000 Saisonarbeiter einreisen, deutlich weniger als in den Vorjahren.

Jobben als Erntehelfer
Die Lücke schließen sollen fachfremde Erntehelferinnen und Erntehelfer, die sich auf verschiedenen Internetplattformen finden können. So etwa auf der Seite www.agrarjobboerse.de, wo man den Wohnort eingibt und den Radius, in dem gesucht werden soll. Hier suchen zum Beispiel Unternehmen aus Rosbach und Wölfersheim Gärtner. Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschafter werden in Bad Vilbel, Ranstadt und Wöllstadt gesucht. Man kann aber auch sich selbst und seine Fähigkeiten in diese Jobbörse eingeben. Aus unserer Region haben sich vor allem Erntehelferinnen und Erntehelfer, etwa aus Bad Vilbel, Karben oder Butzbach zum sofortigen Arbeitsbeginn in der Landwirtschaft bereit erklärt.

Erntehilfe durchaus lohnenswert
Bei der Aufnahme einer Nebentätigkeit in einem systemrelevanten Bereich, dazu gehört auch die Lebensmittelversorgung, bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 01.04.2020 bis zum 31.10.2020 anrechnungsfrei bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis. Das bedeutet, dass Menschen, die jetzt in Kurzarbeit sind, eine Hinzuverdienstmöglichkeit bis zu 100 Prozent des eigentlichen Nettolohns haben.

Ausnahmeregelungen für Saisonarbeiter
In der Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus wurde eine Quarantäne für Menschen angeordnet, die aus einem Staat außerhalb der Bundesrepublik Deutschland nach Hessen einreisen. Sie müssen sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise räumlich absondern.

Eine Ausnahme gilt für Saisonarbeitskräfte, die 'zum Zweck einer mindestens dreiwöchigen Arbeitsaufnahme in die Bundesrepublik einreisen unter der Voraussetzung, dass für ihre Unterbringung und ihre Tätigkeit betriebliche Hygienemaßnahmen in den ersten 14 Tagen nach ihrer Einreise zur Kontaktvermeidung außerhalb der Arbeitsgruppe' ergriffen werden. Diese Maßnahmen müssen mit einer Absonderung vergleichbar sein und das Verlassen der Unterbringung nur zur Ausübung ihrer Tätigkeit gestatten.

Mit anderen Worten: Saisonarbeiter, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, dürfen in den ersten 14 Tagen ihre Unterkunft nur zum Zwecke der Arbeit verlassen. Der Einkauf von Lebensmitteln oder sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs muss über Dritte erfolgen. Der Arbeitgeber muss die Arbeitsaufnahme beim Gesundheitsamt in Friedberg anzeigen.

Landrat Jan Weckler zeigte sich erleichtert über die Ausnahmen für Saisonarbeitskräfte, die jetzt vermehrt in der Landwirtschaft gebraucht werden. 'Die Zahlen, wie wir sie in den vergangenen Jahren hatten, werden wir aber sicherlich nicht bekommen. Bedingt durch die Corona Pandemie hat auch die Möglichkeit an Saisonarbeit in den Entsendeländern abgenommen. Deshalb ist es umso wichtiger, wenn mit Freiwilligen aus Deutschland diese dringend notwendigen Arbeiten in der Landwirtschaft umgesetzt werden können.'

Auf der Internetseite des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), llh.hessen.de, gibt es eine Übersicht über die verschiedenen Jobbörsen sowie weitere wichtige Informationen in Zusammenhang mit der Saisonarbeit.


Quelle: Pressedienst Wetteraukreis vom 30.04.2020



Meldung von www.alexanderhitz.de