Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 23.12.2020

Nach Impfstoff-Zulassung: Start mit mobilen Impfteams

Wetteraukreis (pdw) - Der Wetteraukreis steht in den Startlöchern für die ersten Impfungen. Da zunächst nur geringe Mengen des Impfstoffs zur Verfügung stehen, werden die ersten Impfungen von mobilen Impfteams durchgeführt. Gemäß Vorgaben von Bund und Land auf Basis der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission wird in Alten- und Pflegeinrichtungen sowie in Krankenhäusern mit der Impfung begonnen.

Wie alle Landkreise in Hessen und in Deutschland hat der Wetteraukreis in den vergangenen Wochen auf Hochtouren daran gearbeitet, ein Impfzentrum aufzu-bauen, Personal zu gewinnen und mobile Impfteams zu bilden. Das Impfzentrum des Wetteraukreises in Büdin-gen steht nun bereit, in den vergangenen Tagen hatte das Land die benötigte EDV geliefert. Eine Generalprobe der Abläufe hat am Dienstag, den 22.12.2020 stattge-funden, auch medizinisches Personal wurde bereits in die Aufgaben eingeführt.

'Anders als anfänglich geplant, soll es aber in den Impf-zentren nicht schon am 27. Dezember losgehen. Dafür sei die gelieferte Impfmenge zu gering. Daher werden wir mit mobilen Teams beginnen, zunächst das Personal und Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflege-heimen sowie das Personal in Kliniken zu impfen', erläu-tert Landrat Jan Weckler. Die Priorisierung erfolgt dabei nach der Impfverordnung des Bundes (ImpfVO).

Derzeit sind im Wetteraukreis viele Alten- und Pflege-heime vom Coronavirus betroffen. In Einrichtungen der Altenpflege, in denen bereits mehrere Bewohner er-krankt sind, wird zunächst nicht geimpft. 'Das kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Dieses Risiko können wir den Patientinnen und Patienten nicht zumu-ten', so Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Für alle übrigen Personen gilt: 'Nach den Erfahrungen der letzten Mona-te sind Impfreaktionen kaum zu erwarten, außer leichten Schmerzen an der Einstichstelle'. Amtsarzt Merbs und Landrat Weckler empfehlen daher allen Personen, sich impfen zu lassen, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist und sie an der Reihe sind.

Das Land Hessen hat zwischenzeitlich mitgeteilt, wie viele Impfdosen nach aktuellem Stand in den ersten Ta-gen der Impfkampagne an den Wetteraukreis geliefert werden. 'Bis Ende des Jahres erhalten wir demnach rund 2.000 Impfdosen', berichtet Landrat Jan Weckler. 'Die verfügbare Menge an Impfstoff wird in den kommenden Tagen und Wochen der entscheidende Faktor für das weitere Vorgehen sein.'

Entsprechend hat das Land Hessen angekündigt, dass, sobald etwas mehr Impfstoff zur Verfügung steht, in ei-ner Zweiten Phase neben den mobilen Impfteams hes-senweit zunächst sechs Impfzentren hochgefahren wer-den. Diese sogenannten Regional-Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt werden nach aktuellem Stand im Februar ihre Arbeit aufnehmen. Nach den mobil geimpften Personengruppen zählen zur höchsten Priorität auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste sowie der ambulanten Pflegedienste sowie alle weiteren Personen ab dem 80. Lebensjahr.

Alle weiteren Impfzentren sollen je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs erst in einer dritten Phase, per eigenem Einsatzbefehl des Landes, in Betrieb genommen werden. Dann wird voraussichtlich die Impfung auch auf weitere Prioritätsgruppen gemäß Impfverordnung des Bundes ausgeweitet werden können. In den Regional-Impfzentren sollen zwischenzeitlich Impfungen auch für die umliegenden Kreise, aufgeteilt nach Krankenhaus-Versorgungsgebieten, mit durchgeführt werden. Für Wetterauerinnen und Wettrauer, die zu der entspre-chenden Gruppe gehören, bedeutet das, dass nach aktu-ellem Stand zunächst eine Impfung im Impfzentrum in Gießen möglich sein wird.

Ab der Öffnung der Regional-Impfzentren haben diese Personen die Möglichkeit, ihren persönlichen Impftermin über eine bundesweite einheitliche Hotline oder über ein Anmeldeportal im Internet zu vereinbaren. Hotline und Online-Anmelde-Portal werden vom Bund einheitlich für ganz Deutschland zur Verfügung gestellt. Für die kon-krete Terminvergabe ist das Land Hessen zuständig. Das heißt auch: Derzeit ist noch keine Terminvereinbarung zur Impfung möglich, Hotline und Online-Anmelde-Portal sind noch nicht aktiviert. Der Wetteraukreis ist bei der Terminvergabe explizit nicht beteiligt und hat auch keinen Einfluss darauf, welche Personen zu welchem Zeitpunkt einen Impftermin erhalten.

'Auch wenn wir derzeit noch nicht wissen, wann genü-gend Impfstoff zur Verfügung steht und wann das Impf-zentrum in Büdingen öffnen kann, bin ich froh, dass nun auch im Wetteraukreis mit den Impfungen begonnen wird', betont Landrat Weckler. 'Bundesweit wird nun mit der größten Impfaktion in der Geschichte gestartet. Sicher wird am Anfang nicht alles glatt gehen. Viele von uns werden sich außerdem noch längere Zeit gedulden müssen, bis wir einen Termin zum Impfen erhalten. Bis dahin gilt es weiterhin, die Regeln einzuhalten. Dennoch ist das Impfen die beste Perspektive als Ausweg aus der Corona-Pandemie. Licht am Ende des Tunnels ist gerade zum Weihnachtsfest eine gute Nachricht', so Landrat Jan Weckler abschließend.

corona2420.jpg
Dr. Reinhold Merbs erläutert den Ärztinnen und Ärzten die Arbeit im Impfzentrum.



Hintergrund: Bundesweitere Einteilung der Priori-sierungsgruppen laut Impfverordnung:


A. Schutzimpfungen mit höchster Priorität (§ 2 ImpfVO)
  • Personen ab dem 80. Lebensjahr
  • Personen in Alten- und Altenpflegeeinrichtungen (Mitarbeiter und Bewohner)
  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Covid-19-Expositionsri-siko (insb. In-tensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste)
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in de-nen Personen behandelt werden, bei denen eine Covid-19-Infektion schwere bzw. tödliche Verläufe erwarten lässt (insb. Hämato-Onkologie, Trans-plantationsmedizin)

B. Schutzimpfungen mit hoher Priorität (§ 3 Impf-VO)
  • Personen ab dem 70. Lebensjahr
  • Personen mit besonderem Risiko eines schweren oder tödlichen Infektionsverlaufs (Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung und Organtransplantierte)
  • Personen in Obdachlosen- und Asylbewerberun-terkünften
  • Personen, die im öGD oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Kranken-hausinfrastruktur tätig sind

C. Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität (§ 4 ImpfVO)
  • Personen ab dem 60. Lebensjahr
  • Personen, bei denen aufgrund einer bestimmten chronischen Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrich-tungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbe-sondere in Laboren und Personal, welches keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut
  • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastro-phenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz, Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kri-tischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswe-sen sowie in der Informationstechnik und im Tele-kommunikationswesen,
  • Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind,
  • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Le-bensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder der Fleischver-arbeitenden Industrie,
  • Personen, die im Einzelhandel tätig sind.



Quelle: Pressedienst Wetteraukreis vom 23.12.2020



Meldung von www.alexanderhitz.de