Vogelsberg

Ein Vulkan läd zu Freizeitaktivitäten ein

Im Städtedreieck Frankfurt-Gießen-Fulda liegt mitten in Deutschland der Vogelsberg. Er zählt zu den schönsten und interessantesten deutschen Mittelgebirgen. Der Vogelsberg gehört zu den größten erloschenen Vulkanen der Erde aus dem Jungtertiär. Das Massiv ist vergleichbar mit dem Ätna, den der Vogelsberg mit einem Durchmesser von 60 km und einer Fläche von 2.500 km2 an Ausdehnung allerdings weit übertrifft. In keiner Landschaft Mitteleuropas sind so gewaltige Lavamassen so hoch gedrungen wie im Vogelsberg. Der Vogelsberg besteht aus einer Vielzahl von übereinander geschichteten Basaltdecken, die vom Oberwald in einer Höhe von 774 m ringförmig und treppenartig zu seinen Rändern herabführen.

Das Vogelsbergmassiv bietet Geröllhalden aus Basalt, Hochmoore und urwaldartige Gebiete. Zahlreiche Wanderwege durchziehen nicht nur den Oberwald, dies ist sein zentraler, 600 bis 773 m hoch liegender Plateau-Bereich.

Der Vogelsberg ist für seine Wintersportgebiete an der Herchenhainer Höhe und dem Hohenrodskopf (Alpinski und 55 km Loipen) bekannt. Im Sommer können neben Wanderungen viele Fahrradtouren durchgeführt werden, da mehrere Radwege (Vulkanradweg, Vogelsberger Südbahnradweg ...) gebaut wurden. Ferner fahren Linienbusse des RMV von Stockheim, Nidda, Laubach, Mücke und Schlitz/Lauterbach an den Wochenenden mit Anhängern für Fahrräder auf die Höhen des Vogelsbergs. So kann man die größten Höhenunterschiede bequem überwinden. Der Vulkanradweg und der Südbahnradweg sind so gut geteert, dass sie auch von Skatern gut genutzt werden können. Der Südbahnradweg ist aber nur für geübte Skater geeignet.

Im Vogelsberg entspringen zahlreiche Fluss- und Bachläufe, die nach allen Richtungen davonfließen. Der Vogelsberg bildet die Main-Fulda-Lahn-Wasserscheide, die Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide ist.

Wie der Vogelsberg zu seinem merkwürdigen Namen kam

Als der Teufel vom Himmel geworfen werden sollte, bat er flehentlich: "Werft mich doch bitte bei Ilbeshausen herunter! Wenn ich auf das Strohdach der Mühle falle, breche ich mir wenigstens keinen Knochen!" Und so geschah es. Seitdem heisst diese Mühle bei Ilbeshausen die Teufelsmühle.

Aber sofort begann der Böse sein Unwesen. Einem Schmied handelte er gegen Gold seine Seele ab. Als er nach einem Jahr kam und ihn mit in die Hölle nehmen wollte, da jammerte der Schmied und flehte um Gnade. Der Teufel aber wollte ihn noch mehr quälen und sagte: "Wenn Du mir drei Rätsel aufgeben kannst, die ich nicht zu lösen vermag, dann kannst du dein Leben behalten!"

Eine alte Frau half dem Schmied aus der not. Was sie ihm riet, werdet ihr gleich erfahren. Als der Schmied am anderen Tage in seiner Schmiede am Amboß stand und lustig auf ein Eisenstück loshämmerte, erschien der Böse. "He, Vetter, jetzt gilt's!" sagte er, "wie siehts mit den Rätseln aus?" "Na dann rat einmal, was das hier geben soll", entgegnete der Schmied. "Mich deucht, das gibt eine Hacke!", meinte der Teufel. "Pfeifendeckel", lachte ihn der Schmied aus und schlug das Eisenstück breit: "es gibt eine Schippe." Und dann führte er seinen Quälgeist an den Ziehbunnen. Der Eimer hing an einem langen Seil. "Rat einmal, woraus das Seil gemacht ist!" Der Teufel legte den Kopf etwas auf die Schulter und sagte dann: "Das sieht doch jeder, daß es aus Hanf ist." "Pfeifendeckel", lachte der Schmied nun wieder, "das ist ein Draht, den ich nur mit Hanf umwickelt habe!" Da kratzte sich der Teufel hinterm Ohr und schaute hinüber zu dem Zwetschenbaum, wohin der Finger des Schmiedes nun zeigte. "Kennst Du den Vogel, der darauf sitzt?", fragte der pfiffige Schmied. Sein sonderbarer Gast ging um den Baum herum, betrachtete den Vogel von allen Seiten und stotterte dann: "Wenn er schwarz wäre, dächte ich, es sei ein Rabe!" Da hielt sich der Schmied den Bauch vor Lachen und jubelte: "Pfeifendeckel! Das ist überhaupt kein Vogel, sondern meine Frau. Die hat sich mit Brotteig beschmiert und im Federbett gewälzt. Hurra!! Jetzt hast Du alles verloren und ich darf am Leben bleiben! Hurra! Hurra!" Der Teufel aber kreischte: "Das ist einmal ein verdammter Vogelsberg!" und fuhr mit viel Schwefelgestank und viel Gepolter hinab in die Hölle.

So bekam der Vogelsberg nach der Sage seinen Namen. Aus Urkunden weiß man, daß im Jahre 1530 der Müller Klaus Tuvel mit der alten Mühle belehnt wurde.

Quelle: Schulbuch "Hessen unser Heimatland"

Der Vogelsberg im Bild


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Blick auf den Hoherodskopf mit mit Fernsehturm und Ski-Piste.

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Viele schöne Ausblicke hat man vom Vogelsberg auf die Umgegend wie hier in Richtung Giessen.

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Vom Bismarckturm auf dem Taufstein kann man nicht nur "rückwärts" zum Hoherodskopf schauen, sondern bei gutem Wetter auch bis zur Wasserkuppe in der Rhön.


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Schöne Wanderwege laden zum Spazieren ein, wie hier der Aufgang zum Bismarckturm.



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© | Alexander Hitz