Reichelsheim in der Wetterau
 Reichelsheim in der Wetterau 

Der Braunkohletagebau

Das Kohlebähnchen

klb.jpg Der Transport der abgebauten Braunkohle von den Tagebaubetrieben zum Kraftwerk Wölfersheim wurde mit einer 900mm Grubenbahn (im Volksmund "Kohlebähnchen" genannt) bewerkstelligt.

Nach dem Aufschluß der Tagebaue II und III zwischen Heuchelheim und Weckesheim wurde die Kohle zunächst im Bunker der Schachtanlage in Weckesheim verladen. Eine Bandanlage führte westlich von Weckesheim dorthin. Von hier verlief die Werksbahnstrecke über Heuchelheim nach Wölfersheim. Später wurde diese Strecke zurückgebaut und die Kohle zwischen den Tagebauen II und III verladen.

Seit der Stillegung des Tagebaues IV bei Utphe im März 1984, welcher mit einer neun Kilometer langen, von Wölfersheim aus nach Norden führenden Strecke erschlossen war, wurde nur noch eine 6,3 Kilometer lange südliche Strecke bis zum Verladebunker bei Reichelsheim betrieben, die nach Aufschluß des Tagebaue VI bei Reichelsheim wieder bis dorthin erweitert wurde. Von den Tagebauen VI bei Reichelsheim und VII bei Dorn-Assenheim gelangte die Kohle durch Bandanlagen hierher.

Die anfallende Asche im Kraftwerk Wölfersheim (ca. 1000 t pro Tag) wurde im alten Tagebau II/III bei Heuchelheim verkippt. Die Kippe lag auf halbem Weg an der Strecke nach Reichelsheim und wurde mittels eines Gleisdreiecks erreicht. Die Kohlenzüge - gezogen von Krupp-Elloks - bestanden aus je sechs Sattelbodenwagen mit 28 bzw. 35 cbm Inhalt, während die Aschezüge (4 Wagen à 16 cbm Inhalt) von den Henschel-Loks befördert wurden. Insgesamt waren 35 Kohle- und 21 Aschewagen vorhanden. Der Kohlenverkehr lief in aller Regel nur an Vormittagen, während Aschezüge den ganzen Tag über fuhren.

Nach der Auskohlung des Tagebaues VII wurde Anfang Oktober 1991 mit dem Gleisrückbau zunächst bis zur Aschehalde am ehemaligen Tagebau II/III. Nach Abschalten des Kraftwerkes wurde der Rest der Strecke bis zum Kraftwerk abgebaut.

Die vorhandenen Lokomotiven wurden alle Anfang 1992 verschrottet. Lediglich Lok Nr.3 wurde mit einem Sattelbodenwagen am Bahnhof Weckesheim als Denkmal aufgestellt, am Bahnhof in Wölfersheim stehen die beiden Loks Nr.2 und Nr.5 mit je einem Sattelbodenwagen und einem Aschewagen.

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Anfangs wurde die Kohle aus den Tagebauen II und III im Bunker der Schachtanlage Weckesheim an der Landstraße zwischen Reichelsheim und Weckesheim verladen.

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Blick auf den Kohlenbunker an der Landstrasse zwischen Reichelsheim und Weckesheim. Über Bandanlagen gelangte die Braunkohle aus den Tagebauen VI und VII hierher.

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Beladener Kohlezug am Kohlebunker westlich von Reichelsheim. Über Bandanlagen gelangte die Braunkohle von den Tagebauen VI und VII hierher.

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Leerer Kohlezug kurz vor dem Kohlebunker Reichelsheim. Rechts neben der Bahnstrecke verlief eine Bandanlage, die den Abraum vom Tagebau VI bei Reichelsheim zum ausgekohlten Tagebau II/III nach Heuchelheim transportierte.

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Ein mit Asche beladener Zug ist vom Kraftwerk Wölfersheim auf dem Weg zur Asche-Halde, hier kurz vor der Ausweichstelle "Rohräcker".

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Entleeren eines Asche-Zuges an der Halde im Tagebau II/III zwischen Heuchelheim und Weckesheim (September 1990)

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Entleeren eines Asche-Zuges auf der Halde im Tagebau II/III.

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Durch die fruchtbare Wetterau bringt im Februar 1990 die alte Henschel-Lok 7 einen Asche-Leerzug zurück ins Kraftwerk Wölfersheim.

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Asche-Leerzug kurz vor der Einfahrt ins Kraftwerk Wölfersheim.

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Am 30. September 1991 fuhr der letzte Kohlenzug festlich geschmückt vom Kohlenbunker Reichelsheim ins Kraftwerk nach Wölfersheim.

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Der letzte Kohlenzug bei der Ausfahrt aus dem Reichelsheimer Kohlebunker.


Bilder:
- Andreas Christopher, "Der hessische Braunkohlebergbau und seine Bahnen"
- Bergbauverein Weckesheim
- Dieter Mößer
- PREAG, Informationsprospekt
 Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de