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| Reichelsheim in der Wetterau |
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Der Braunkohletagebau
Das Braunkohlekraftwerk Wölfersheim
Energiegeschichte geschrieben hat das mittelhessische Braunkohlerevier um Wölfersheim, nordöstlich von Frankfurt. Die Chronik reicht zurück bis in die Zeit um 1804. Hier liegen die Anfänge des Bergbaues in der Wetterau. Seinerzeit ging es ausschließlich um die Gewinnung von Heizmaterial. Die erste Braunkohle wurde im Tiefbau, also unter Tage, abgebaut. Die Umwandlung der Braunkohle in Strom begann etwa hundert Jahre später: Mit zwei Maschinensätzen und einer Gesamtleistung von 2,6 Megawatt ging 1913 das vom hessischen Staat errichtete Kraftwerk in Wölfersheim in Betrieb.
Um den wachsenden Strom bedarf decken zu können, nahm Preussen Elektra hier 1954 ein Blockkraftwerk in Betrieb. Es bestand aus zwei Blöcken mit einer Leistung von je 27 Megawatt; ein weiterer Kraftwerksblock mit 58 Megawatt folgte 1962. Die bis zum Schluß installierte Kraftwerksleistung betrug insgesamt 85 Megawatt, wobei maximal 58 Megawatt betrieben werden konnten und 27 Megawatt für ihren Ausfall als Reserve zur Verfügung standen. Einer der kleinen Generatoren wurde zwischenzeitlich abgeschaltet, da die Turbine eine Unwucht bekommen hatte und eine Instandsetzung nicht wirtschaftlich gewesen wäre. In Spitzenzeiten (Belastungsspitzen) wurde das Kraftwerk von den Wasserkraftwerken am Hillersbach in Hirzenhain und Lißberg unterstützt.
Jährlich wurden im Kraftwerk ca. 800.000 Tonnen Braunkohle verarbeitet. Der Heizwert der Wetterauer Braunkohle schwankte zwischen 4000 und 8000 kJ/kg. Somit galt sie als die schlechteste Braunkohle Deutschlands. Da die Wetterauer Braunkohle sehr unterschiedliche Heizwerte hatte, wurden die Kohlequalitäten entsprechend ihrem Heizwert gemischt. Dies geschah in einer auf die besonderen Brennstoffverhältnisse zugeschnittenen Kohle-Mischanlage. Die Mischung unterschiedlicher Kohlequalitäten garantierte einen kontinuierlichen Betrieb der Kessel. Das Kühlwasser für den Betrieb der Kraftwerksblöcke wurde einem Kühlteich entnommen, der im ausgekohlten Tagebau Wölfersheim angelegt wurde.
Weil die eingesetzte Braunkohle einen niedrigen Schwefelgehalt hatte, war die Schwefelkonzentration im Rauchgas verhältnismäßig klein. Der Bau einer Rauchgasentschwefelungsanlage war deshalb nicht erforderlich. Elektrostaubfilter hielten die Flugasche fast vollständig zurück. Die in Wölfersheim täglich anfallende Asche wurde zur Auffüllung der ausgekohlten Tagebaue II/III genutzt.

Ein Blick auf das Braunkohlekraftwerk in Wölfersheim. Mitte der 90er Jahre wurde das
Kraftwerk dann abgerissen. Am 16. und 17. Januar 1996 wurden die drei Schornsteine
der Anlage gesprengt. Heute erinnern nur noch die verbliebenen Überreste der Kühl-
anlage (rechts im Bild) an das Kraftwerk.

Blick von Westen auf Wölfersheim und das Braunkohlekraftwerk. Sehr gut zu sehen
sind die beiden Kohlemischhalden rechterhand des Kraftwerks.
Bilder:
- PREAG, Informationsprospekt
- Kreissparkasse Wetterau, Jahreskalender 1987
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Tagebau
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| Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de |
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