Reichelsheim in der Wetterau
 Reichelsheim in der Wetterau 

Der Braunkohletagebau

Freilichtmuseum Weckesheim

kran.jpg Am Bahnhof, direkt an der Durchgangsstraße (L3186) des Reichelsheimer Stadtteiles Weckesheim, entstand im 1992 ein kleines Freilichtmuseum, in dem einige Exponate aus dem Tief- und Tagebau zu sehen sind. Unter anderem steht hier auf einem Gleisstück eine der Lokomotiven des "Kohlebähnchens" mit einem Sattelbodenwagen, die zum Transport der Kohle genutzt wurden. Im April '92 wurde diese Zuggarnitur mit einem Teleskopkran der Firma ADW dort aufgestellt.

2005 wurde das Freilichtmuseum im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Reichelsheim restauriert. Unter Mithilfe des Bauhofes wurden alle Gerätschaften entrostet und von einigen interessierten Jugendlichen neu lackiert.
Ein ähnliches Freilichtmuseum wurde in Wölfersheim eingerichtet. Dort stehen am Bahnhof, direkt an der ehemaligen Einfahrt zum Kraftwerk, sowohl eine Lok mit einem Sattelbodenwagen für den Kohletransport, als auch eine Lok mit einem Einseitenkipper, mit denen die anfallende Asche aus dem Kraftwerk in die Tagebaue zur Verkippung transportiert wurde.

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Ausstellungsstück ist die elektrisch betriebene Lokomotive Nr.3, gebaut von Krupp/AEG 1957 mit zwei 180kW Elektromotoren und einem Eigengewicht von 30 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 40km/h, die Spurweite 900mm. Der Kohlewagen ist mit einem Sattelboden für beidseitige Entleerung ausgerüstet.

Ein Zug, bestehend aus Lokomotive und sechs mit 150 Tonnen Kohle beladenen Kohlewagen, transportierte die Braunkohle vom Tagebau zur Kohlenmischhalde. Von dort wurde die Kohle über ein Haldenaufnahmegerät und Förderbänder zum Kraftwerk transportiert.

Zwischenzeitlich hat die Krupp E-Lok mit ihrem Sattelbodenwagen schon schwer gelitten: Vandalen haben die Scheiben zerstört und die Inneneinrichtung demoliert.


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Die drei Schaufelradeimer mit einem Inhalt von 350 Listern (SRB2), 270 Litern im Abraum und 240 Litern in der Kohlengewinnung dienten dem Abbrechen und Aufnehmen des Fördermaterials. Ein Schaufelradbagger konnte bei 46 Schüttungen in der Minute täglich bis zu 10.000 Kubikmeter an Abraum oder Kohle fördern. Die seit den sechziger Jahren eingesetzten Schaufelradbagger verdeutlichen den großen Fortschritt, den der Tagebau gegenüber der Arbeit unter Tage im Vergleich zur Arbeit mit der Kreuzhacke oder dem Preßlufthammer bedeutete.


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Diese Wagen oder Loren zum Untertagetransport der Braunkohle wurden früher von Hand mit der Schaufel, der sog. Herzschippe, und später mittels Kleingummibändern beladen. Der Transport der Wagen vom Gewinnungsort, dem "Bruch", oder vom Steckenort zum Schacht oder Aufzug erfolgte mit einer Kettenbahn. Am vorderen und hinteren Wandungs- rand waren dafür sogenannte Mitnehmer angeschweißt.
Der größere Wagen mit einem Fassungsvermögen von 700 Litern war in den Gruben Heuchelheim und Römerstrasse eingesetzt. Der kleinere Wagen mit 540 Litern Inhalt war in den Gruben Weckesheim und Südwestschacht eingesetzt, wo auf dem Weg zur Umladestation und zum Kohlenbunker eine Straße mit Hilfe einer Seilbahn überwunden werden musste.


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Beim Abteufen eines Schachtes wurde die Seilumlenkscheibe auf dem Förderturm installiert. Über die Scheibe lief das Seil für das Herab- und Hinaufteufen der vergleichsweise geringes Gewicht tragenden sogenannten Teufkübel. Für die eigentliche Kohlenförderung wurde eine Seilscheibe mit großem Durchmesser und dickerem Seil eingebaut.


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Wo die Kettenbahnförderung zum Transport der Grubenwagen nicht mehr ausreichte, wurde diese "Haspel" für die Überbrückung von Steigungen und Gefällstrecken unter oder über Tage eingesetzt. Die Steuerung mit der Hand erforderte größte Aufmerksamkeit. Mit dem vorderen Wagen wurde über Tage Ausbaumaterial transportiert.


Markus Freitag hat für AlexanderHitz.de dieses 360°-Panorama des Freilichtmuseum in Weckesheim zu Verfügung gestellt.


Markus Freitag hat für AlexanderHitz.de dieses 360°-Panorama des Freilichtmuseum in Weckesheim zu Verfügung gestellt.

Bilder: Bergbauverein Weckesheim, Alexander Hitz


 Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de