Reichelsheim in der Wetterau
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Der Edersee

esluft.jpg Ein schönes Ausflugsziel ist der Edersee östlich von Kassel, im Städtedreieck von Frankenberg, Korbach und Bad Wildungen. Ursprünglich hatte die Talsperre nach der Inbetriebnahme 1914 die Aufgabe den Wasserstand des Mittellandkanales über die Weser in Niedrigwasserzeiten auszugleichen. Gleichzeitig wurde somit bei Niedrigwasser die Oberweser wieder schiffbar. Weiterhin gehörten zu den Aufgaben der Talsperre der Hochwasserschutz der Eder, Fulda und Weser, sowie die Energiegewinnung durch Nutzen der Wasserkraft. Die Wasserentnahme für den Mittellandkanal fiel 1960 weg. Dagegen kamen im Laufe der Zeit weitere Nutzungsarten wie z.B. die Fischerei und der Fremdenverkehr (Wassersport, Fahrgastschiffe, usw.) hinzu. Damit zählt der Edersee heute als wesentlicher Wirtschaftsfaktor für den Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Technische Daten
Länge des Sees: 27 km
Oberfläche: 12km2
größte Breite: 1000m
geringste Breite: 175m
max. Inhalt: 202 Mill. m3
max. Tiefe: 42m
Länge Staumauer: 400m
Sohlenbreite: 36m
Kronenbreite: 6m
Höhe Staumauer: 47m
Der Bau der Edertalsperre war für damalige Verhältnisse ein riesiges Projekt. Mehr als 1000 Arbeiter aus der Region aber auch aus Italien, Serbien, Kroatien und Polen verbauten in nur 6 Jahren 300.000 Kubikmeter Bruchstein. Durch den Bau der Talsperre verloren etwa 700 Menschen ihren angestammten Lebensraum. Die 3 Dörfer Bringhausen, Asel und Berich wurden vom Edersee überflutet. Die Bewohner von Bringhausen und Asel wurden oberhalb ihrer versunkenen Orte neu angesiedelt. Die Gemeinde Berich wurde als Neu-Berich bei Arolsen neu gegründet. Herzhausen, Harbshausen und Nieder-Werbe verloren mehrere Höfe und einen Großteil ihres fruchtbaren Ackerlandes. Noch heute sind die Grundmauern der versunkenen Dörfer ab Spätsommer bei Niedrigwasser zu besichtigen.

200 m über dem 27 km langen See thront nördlich der Sperrmauer das Wahrzeichen der Region, die trutzige Burg Waldeck, einst Stammsitz der Grafen von Waldeck, die hier bis ins 17. Jahrhundert residiert haben.

chastise.jpg Am 17.Mai 1943 bombardierten britische Flugzeuge der Royal Airforce die Sperrmauer. Eine speziell entwickelte Rotationsbombe traf die Mauer und riss ein 70m breites und 20m tiefes Loch in das Bauwerk. Die Talsperre war zu diesem Zeitpunkt mit 200 Millionen Kubikmeter Wasser randvoll gefüllt. 160 Millionen Kubikmeter Wasser ergossen sich mit ungeheurerer Wucht innerhalb weniger Stunden in das Edertal. Das Wasser richtete erhebliche Schäden an Häusern, Brücken und Ackerland an. Insgesamt starben 47 Menschen in den Fluten, wobei der Großteil der Todesopfer aus den Dörfern Hemfurth, Affoldern und Bergheim stammte. Aber auch im 40km entfernten Kassel starben noch Menschen. Direkt nach der Katastrophe wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Durch ein großes Aufgebot an Menschen und Maschinen konnte die Bombenlücke in nur 4 Monaten geschlossen werden, so dass die Edertalsperre noch vor Einsetzen der Herbstniederschläge wieder einsatzbereit war. Von Ostern bis zum 30.Oktober kann in dem alten Kraftwerksgebäude "Hemfurth II" die Ausstellung Edersee bewundert werden, die dieses schreckliche Ereignis dokumentiert.

In trockenen Sommermonaten führt der Edersee wenig Wasser. Durch das Kraftwerk fließt mehr Wasser ab, als über die natürlichen Zuläufe nachfließt. So kann man die alte Aseler Brücke wieder zu Fuß überqueren; je nach Wasserstand kommen weitere alte Gebäude ehemaliger Dörfer wieder zum Vorschein, wie z.B. das ehemalige Dorf Berich mit seinem Friedhof. Ab einem Inhalt von nur ca. 27 Mio.cm3 kommt bei Berich auch das Modell der Staumauer wieder zum Vorschein. Die Mini-Version im Maßstab 1:40 war wichtig für statische Messungen und erläuterte den Menschen vor über 90 Jahren die Funktion der Talsperre.

Mehr vom Edersee im Internet unter: www.edersee.de und www.edersee.com,
sowie www.ausstellung-edersee.de.

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Eines der beiden Fahrgastschiffe hat an der Anlegestelle Edertal-Sperrmauer angelegt.
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Hoch über dem Edersee bietet das Schloß Waldeck eine herrliche Aussicht.

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Die zerstörte Sperrmauer im Jahre 1943(Postkarte).
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Auch heute kann man das Loch von damals in der Sperrmauer noch erahnen.

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In der Sonderausstellung war der Nachbau einer Rollbombe zu sehen.
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Auch die Nachstellung des Bombenangriffs 1943 war im Modell zu bewundern.

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Spaß für die Kleinen: Der Aqua-Park zeigt den Edersee im Maßstab 1:200.
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Aqua-Park: Die Archimedische Spirale befördert Wasser von unten nach oben.

Niedrigwasser am Edersee

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Bei Niedrigwasser ist die alte Aseler Brücke der Besuchermagnet.
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Noch ist das Sperrmauermodell an der Berichter Hütte nicht zu sehen.

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Der alte Bericher Friedhof ist zu sehen...
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...ebenso wie Teile des Ortes Berich.

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Aus dem Edersee ragt unterhalb von Schloß Waldeck der Hopfenberg heraus.
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Blick auf die Staumauer bei einem Inhalt von nur ca. 50 Mio. Kubikmetern.




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