Reichelsheim in der Wetterau
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Deutsche Geschichte auf der Dornhalde

dornhalde.jpg 30°C, es ist heiß. Wir verlassen den Tunnel der Bundesstraße 14 in Stuttgart an der Ausfahrt Degerloch und fahren weiter bergaufwärts. Auf halber Höhe weist uns ein Schild den Weg auf den Dornhaldenfriedhof. Im Schatten von Eichen, Hainbuchen und Akazien liegt dieser ca. neun Hektar große Friedhof auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatz eines königlich-württembergischen Regiments. Die Wälle entlang der Schießbahn sind noch erhalten. Unser Weg führt uns in das Feld 99 am südlichsten Zipfel des Friedhofs. Auffallend viele italienische Gräber - vermutlich Gastarbeiter - sind auf dem Weg dorthin zu sehen. Im letzten Weg des Abschnittes liegt ein altes Grab, das aber trotzdem sehr gepflegt aussieht. Es brennt eine Kerze, ein Strauß frischer roter Rosen steht neben dem Grabstein. Drei Namen sind in roter Schrift zu lesen: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe.

1977 wurden die drei RAF-Terroristen nach ihrem Suizid in der JVA Stuttgart-Stammheim hier beerdigt. Ihr Selbstmord, der als Todesnacht von Stammheim in die Geschichte einging, war der Schlußpunkt des Deutschen Herbstes. RAF-Mitglieder der sogenannten 2.Generation hatten versucht elf gefangene RAF-Mitglieder mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer und der Flugzeugentführung der Lufthansamaschine Landshut freizupressen. Nachdem die Entführung der Landshut durch den Einsatz der GSG9 in Mogadischu beendet wurde, begingen die führenden Köpfe der ersten RAF-Generation Baader, Ensslin und Raspe Suizid. Irmgard Möller, ein weiteres RAF-Mitglied, wurde schwer verletzt in ihrer Zelle gefunden. Hanns-Martin Schleyer wurde einen Tag später durch die RAF erschossen. Trotz Protesten ließ der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister die RAF-Mitglieder dort beerdigen.

Mehr Infos über die RAF bei Wikipedia:
Rote Armee Fraktion
Todesnacht von Stammheim
Deutscher Herbst


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Das Grab von Andreas Baader, Gudrin Ensslin und Jan-Carl Raspe auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart.

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Ein Kerze und frische Rosen zieren den Grabstein.

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Blick auf Stuttgart beim anschließenden Besuch des Stuttgarter Fernsehturmes, dem "Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland". Er ist der weltweit erste Fernsehturm, der aus Stahlbeton gebaut wurde. Erbaut wurde er 1955 auf dem "Hohen Bopser" im Stadtbezirk Degerloch.



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