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Dornburg
Ganz im Westen von Hessen nördlich von Limburg liegt am Rande des Westerwaldes das Geschichts- und Naturdenkmal Dornburg. Die Gesamtgemeinde Dornburg erreicht man am besten über die B49 (Gießen-Limburg). An der Abfahrt Rennerod/Dornburg wechselt man auf die B54 in Richtung Rennerod. An der zweiten Abfahrt fährt man ab in Richtung Dornburg. Im Ortsteil Frickhofen fährt man weiter in Richtung Wilsenroth. Ca. 1km nach dem Ortsausgang befindet sich rechterhand der Straße am Fuße der Dornburg ein Parkplatz von dem aus die Eisstollen bereits ausgeschildert sind. Von hier aus kann man über gut ausgebaute Fußwege die Dornburg erkunden. Nach wenigen Minuten Fußmarsch erreicht man die Eisstollen an der Dornburg. Über zwei Mundlöcher strömt einem im Sommer kalte Luft entgegen.
Und so "funktionieren" die Eisstollen:
Sommer
Im Sommer ist die Luft innerhalb des Berges wesentlich kälter und deshalb schwerer als die Außenluft. Die kalte Luft strömt durch die unteren Öffnungen aus dem Berg heraus. Gleichzeitig dringt durch die oberen Öffnungen warme Außenluft in den Berg ein. Sie zieht durch die Spalten und Ritzen und gibt Wärme an die Umgebung ab: Ein Teil des Eises schmilzt. Dabei kühlt sich die Luft ab, wird dadurch schwerer und verlässt durch die unteren Öffnungen den Berg. An den beiden Sollenöffnungen ist ein starker, eiskalter Luftzug zu spüren.
Winter
Im Winter bei Außentemperaturen von unter 0°C ist die luft im Inneren des Berges wesentlich wärmer und leichter als die Außenluft. Die warme Luft steigt hoch und tritt durch die oberen Öffnungen aus dem Berg heraus. An diesen Stellen bleibt daher auch bei starkem Frost kein Schnee liegen. Durch die unteren Öffnungen strömt kalte Luft in den Berg nach. Sie kühlt die Umgebung ab: Es bildet sich neues Eis. Die Luft erwärmt sich dadurch, wird leichter, steigt im Berg hoch und verläßt ihn wieder.
Frühling und Herbst
Wenn im Frühling und im Herbst die Außenluft und die Luft im Berginneren etwa gleich temperiert sind, findet keine bzw. nur eine sehr schwache Luftzirkulation statt
Bedingungen für die Eisbildung und die Eishaltung
Folgende meterologische und geologische Voraussetzungen müssen vorhanden sein, damit im Sommer im Berinneren nur wenig Eis schmilzt und damit sich im Winter neues Eis bilden kann:
- Im Winter anhaltende, strenge Frostperioden
- Im Gestein Klüfte, Spalten und Ritzen, die miteinander verbunden sind, damit ein freier Luftzug durch den Berg möglich ist
- Im unteren und im oberen Bereich des Hanges Öffnungen, damit die Luft in den Berg ein- und aus dem Berg stömen kann
- zwischen diesen Ein- und Ausgangsöffnungen große Höhenunterschiede, damit eine Kaminwirkung vorhanden ist.
- Eine wärme-isolierende Deckschicht (Geröllhalde), die verhindert, daß das Eisfeld im Berginneren rasch und vollständig abtaut.
Das Plateau der Dornburg hat eine Länge von 800m und eine Breite von 500m. Ausgrabungen brachten Münzen, Scherben und andere Gegenstände ans Tageslicht und weisen die Dornburg als spätkeltisches Oppodium, als eine stadtartige Anlage aus. Über die Dornburg gibt es auch eine Sage vom Raubritter Ruprecht von Ellar, die auch das "ewige Eis" erklärt:
Hildegard, die Tochter des Bürgermeisters Arnulf, soll mit den Raubritter Ruprecht von Ellar ein geheimes Liebesverhältnis gehabt haben. Als Ruprecht mit seinen wilden Gesellen einen Wagenzug reisender Händler aus Frankfurt überfallen hatte, der die Stadt versorgen sollte, wurde er von der Stadtwache überwältigt und in ein Verließ unter der Dornburg gebracht. Hildegard öffnete dem geliebten Räuber am Heiligabend das Gefängnis und zeigte ihm den Weg in die Freiheit mit der abgerollten Schnur eines Wollknäuls. Der Ritter rächte sich an der Stadt und ließ sie von seinen Spießgesellen an allen vier Enden anzünden. Sie brannte bis auf die Fundamente ab. Männer, Frauen und Kinder waren während dieser Vernichtung auf dem Blasiusberg, in dessen Kirche sie für den Sieg über die Strauchritter dankten. Sie machten sich sofort, als sie die Flammen sahen, auf den Weg zu ihrer Stadt, konnten aber nichts mehr retten. 12 goldene Apostelbilder waren in dieser Nacht aus der Kirche der Dornburg verschwunden. Der Küster hatte sie vor dem Zugriff Ruprechts geschützt und im Brunnen versenkt, den man später "Das ewige Eis" nannte. Während er den versinkenden Bildnissen nachschaute, bildete sich auf der Oberfläche des Brunnens eine Eisdecke, die bis auf den heutigen Tag erhalten ist. Hildegard aber, durch den Verrat ihres Geliebten bis in die Tiefen ihrer Seelen verletzt, marterte sich mit Selbstvorwürfen. In einem Anfall geistiger Umnachtung sprang sie vom Hildegardisfelsen in die Tiefe. Seit dieser Zeit geht ihr Geist auf der Dornburg um, bis die Freveltat gesühnt ist. Nur Mauerreste vom Brand und Zahn der Zeit zernagt, der Hildegardisfelsen und das ewige Eis erinnern an die einst blühende Dornburgstadt.
Weiter Infos zur Dornburg und den Eisstollen im Internet unter:
http://www.dornburg.de
http://www.karin-tuerk.de

Blick über den Ortsteil Frickhofen auf die Dornburg.

Die Eisstollen am Fuße der Dornburg. Im Sommer strömt aus den beiden Mundlöchern
eiskalte Luft.

Beim Weg über die Dornburg begegnet man immer wieder Ringwällen aus Basalt. Diese
werden im Volksmund "Rödchesmauer" genannt.

Bei gutem Wetter kann man vom Hildegardisfelsen bis zum Feldberg im Taunus schauen.

Sommerliche Wiese auf dem großen Plateau der Dornburg

Mit großen Schautafeln wird über das Geschichts- und Naturdenkmal Dornburg informiert.

Ehemaliger Steinbruch an der Dornburg. Hier wurde Basalt abgebaut.
Weilburg an der Lahn
Weilburg ist die drittgrößte Stadt im Landkreis Limburg-Weilburg und liegt im Lahntal zwischen den hessischen Mittelgebirgen Taunus und Westerwald. Bekannt ist Weilburg u.a. durch das Schloß, dessen Renaissance-Teile zu den am besten erhaltenen Remaissanceschlössern in Hessen zählen. Sehenswert ist das Bergbau und Stadtmuseum, das sich teilweise unter dem Weilburger Schloß befindet. Im "Tiefen Stollen" können allerlei Maschinen aus dem Bergbau besichtigt und auch vorgeführt werden.

Blick vom Stadtturm auf die untere Orangerie des Schloßes Weilburg.

Blick in den Schloßhof mit dem Stadtpfeifferturm, der auch begangen werden kann.

Brunnengruppe im oberen Schlossgarten vor der Orangerie.
Einen Abstecher wert ist die Kubacher Kristallhöhle südlich von Weilburg. Umgeben von 350 Millionen Jahre altem Kalkstein präsentiert die einzige Kristallhöle Deutschlands den Besuchern unzählige Kristalle und Perltropfsteine, die einen guten Einblick in erdgeschichtliche Vorgänge bieten. Mit 30m Höhe hat die Höhle die höchste Halle aller deutschen Schauhöhlen.
Als weltweit einmalig gilt das Weilburger Tunnelensemble. Hier liegen unmittelbar nebeneinander Tunnel für Auto, Schiff und Eisenbahn. In Weilburg befindet sich der einzige Schiffstunnel Deutschlands. Während die Lahn in einem großen Bogen um die Weilburger Altstadt und das Schloß herumfließt, können Boote durch den Lahntunnel unter dem Mühlberg hindurch fahren und dadurch neben einigen Wehren auch fast 2km Wasserweg einsparen.
Bauherr des Lahntunnels war der Herzog Adolph von Nassau, was die Inschrift an der Einfahrt des Tunnel (Nordseite) zeigt:
ADOLPHUS DUX NASSOVIAE MONTIS JUGUM PERFOSSUM NAVIBUS APERUIT A. D. MDCCCXLVII
Adolphus Herzog von Nassau, hat das Joch des Berges durchstoßen und den Schiffen geöffnet. 1847.
Bereits 1809 war die Wasserstraße bis Runkel freigelegt. 1810 wurde die Strecke Runkel-Weilburg eröffnet. Man wollte die Wirtschaft ankurbeln und die vielfältigen Rohstoffe des Lahntales, wie Holz, Eisenstein, Kalkstein, Marmor, Ton und Basalt per Schiff an den Rhein bringen. Strategisch sollte die Lahn Verbindungsstück des Schiffahrtsweges zwischen Rhein und Elbe werden.
Da ein solcher Tunnel bis dato noch nie vorhanden war, bedurfte es langer finanzpolitischer und bergbautechnischer Vorplanungen. Oberbergrat Schapper und Grandjean sowie Amtmann Haas und Schenk gelang es, trotz vieler Hindernisse und Schwierigkeiten, dieses einmalige grandiose Bauwerk - ein Meisterwerk der Baukunst - 1847 zu vollenden und für die Bevölkerung freizugeben.
Seine wirtschaftliche und strategische Bedeutung hat dieser Lahnwasserweg schon bald durch den Bau der Eisenbahnlinie Koblenz - Gießen (1862) verloren. Die Bahnstrecke durchquert übrigens den Berg parallel mit der Ortsumgehung und dem Lahntunnel den Mühlberg.
Technische Daten
Der Lahntunnel ist 195,26m lang, hat eine Breite von 5,60m, eine Höhe von max. 6,30m und eine Tiefe von 1,75m. Die Wasserspiegeldifferenz zwischen Ein- und Ausfahrt beträgt 4,65m und wird mit Hilfe einer gekoppelten Doppelkammerschleuse mit 3 Toren bewältigt. Die Kammerlänge beträgt 42m, die Breite 5,35m.

Der Lahntunnel in Weilburg ist Deutschlands einziger Schiffstunnel.

Eine zweistufige Schleuse schließt am südlichen Ausgang des Tunnel an.
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