Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 10.07.2018

40 Jahre 'mittendrin' und kein bisschen leiser

Frauengruppe 'mittendrin' feiert 40-jährigen Geburtstag mit einem Festgottesdienst

Reichelsheim - Als junge Frauen begannen sie unter dem Dach der evangelischen Kirchengemeinde Reichelsheim und wohlwollend begleitet vom damaligen Pfarrer Helmut Schütz mit ihren Aktivitäten. In diesem Sommer feiert die Reichelsheimer Gruppe "Frauen mittendrin" unter dem Motto "40 Jahre und kein bisschen leiser" einen runden Geburtstag und dazu das zehnjährige Bestehen ihrer erfolgreichen Reihe "RomanTisch" mit inzwischen 100 Veranstaltungen an zum Teil ungewöhnlichen Orten.

Zum Auftakt der neuen Saison und zur Feier des Doppeljubiläums beging die vielfach mit Ehrenamts- und Kulturpreisen ausgezeichnete Gruppe einen Jubiläumsgottesdienst in der Reichelsheimer Laurentius-Kirche. Unter dem Leitwort "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" und begleitet von Pfarrerin Angela Schwalbe ließen acht Gruppenmitglieder die Gemeinde an ihren Lieblingsgeschichten und prägenden Erlebnissen und Erkenntnissen innerhalb ihrer Initiative teilhaben. Gleichzeitig kamen während der bewegenden und fröhlichen Feier auch erstmals die beiden von den "Frauen mittendrin" gestifteten prächtigen Paramente für Altar und Kanzel der Kirche zum Einsatz, die sowohl die Schönheit der Schöpfung als auch Leben und Sterben Jesu und die Hoffnung auf eine Welt in Frieden ausmalen.

Mit ihrer Lieblingsgeschichte "Rote Götterspeise in der Morgendämmerung" malte Irene Fleischhauer die Möglichkeit aus, sich auf die Weisheit und das kleine, liebevolle Ritual eines Kindes einzulassen und Frieden mit den Ereignissen der Vergangenheit zu schließen. Barbara Winkler las "Lust, zu rennen" und erinnerte an das Recht jedes Menschen, die Familientradition hinter sich zu lassen und die eigene, persönliche Begabung zu leben. Erika Bönsels Geschichte "Engel an der Tür" handelte von Großzügigkeit, Gelassenheit und dem Mut zur Vergebung, während Karin Lauer mit "Wahre Liebe" einen Auszug aus dem Leben des großen Philosophen Mose Mendelssohn, Großvater von Felix Mendelssohn-Bartholdy, darbot und dessen Werbung um seine spätere Ehefrau Fromet Guggenheim lebendig werden ließ. Monika Repp schilderte mit einer Lesung aus "Die unverschlossene Tür" die unverbrüchliche Liebe einer Mutter, die ihrer ins Rotlichtmilieu abgeglittenen Tochter den Weg nach Hause offenhält. Susi Scheibe beschrieb mit der Geschichte "Die Haarnadeln" das wertvollste Geburtstagsgeschenk, das eine Mutter von ihrer Tochter erhielt, während "Thelma oder Der fünfte Mann" als mutige Liebeserklärung einer Seniorin an ihren Traumpartner, gelesen von Birgit Groß, von den Zuhörern mit einem Schmunzeln quittiert wurde. Als Letzte berichtete Ulla Wagner in "Hauptwörter und Umstandswörter" von dem Lebenswillen, den eine Krankenhaus-Lehrerin einem kleinen schwerkranken Patienten zurückgibt. Um Selbstvertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt, das Ringen um den eigenen Weg und die stets offene Tür zur Versöhnung, um die Licht- und Glücks-Momente des Lebens und das, was der Seele Nahrung gibt, ging es auch in den Verbindungen, welche die Vortragenden zwischen ihren Geschichten und ihren Erfahrungen mit den "Frauen mittendrin" zogen.

Schwalbe bündelte die facettenreichen Aussagen im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Sie dankte den "Frauen mittendrin" für alle Aktivitäten, Kreativität und konstruktive Kritik. Vieles, was die Gruppe gesät habe, sei aufgegangen und werde in kommende Generationen hineinwirken. Kirchenvorstandsvorsitzender Manfred Winter dankte den "Frauen mittendrin" ebenfalls für ihre Arbeit und überreichte Blumen, Stadtverordnetenvorsteherin Lena Herget übergab ein großes selbst gebackenes Herz. Zum Auszug intonierte Dr. Ralf Schäfer an der Orgel humorvoll den "Marsch der Pinguine", an der Kirchentür formierten sich die "Frauen mittendrin" zum Gruppenfoto, bevor sie in ihr langjähriges Quartier, das "Sälchen" der Kirchengemeinde einluden - nicht zu Brot allein, sondern auch zu einer selbstgekochten Hühnersuppe.


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Die Frauen 'mittendrin' freuen sich über den gelungenen Festgottesdienst (v.l.): Erika Bönsel, Birgit Groß, Monika Repp, Barbara Winkler, Susi Scheibe, Pfarrerin Angela Schwalbe, Ulla Wagner, Karin Lauer und Irene Fleischhauer.

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Eines der beiden von den "Frauen mittendrin" gestifteten Paramente am Altar der Reichelsheim Laurentiuskirche.


Quelle: Kreis-Anzeiger vom 10.07.2018
Bilder: Inge Schneider, Alexander Hitz



Meldung von www.alexanderhitz.de