Reichelsheimer Nachrichten

Meldung vom 01.04.2018
Hinweis:
Bei diesem Artikel handel sich um unseren diesjährigen Aprilscherz. Die Meldung ist also tatsächlich erstunken und erlogen. Wir hoffen, es konnten alle herzlich drüber lachen (oder können jetzt noch drüber lachen)... :-)
Danke für die Idee dazu an Jörg Heidl!

Fußgängerbrücke wird abgerissen - Schaden noch höher als erwartet

Einrichtung eines Fährbetriebes geplant - Bauhof lässt Mitarbeiter zu Fährmännern ausbilden

Die Nachricht des Handwerksbetriebes schlug im Rathaus wie eine Bombe ein. Die veranschlagten 20.000 Euro für die Reparatur der Fußgängerbrücke reichen bei weitem nicht. Jetzt soll stattdessen ein Fährbetrieb mit einem Floß eingerichtet werden. Die 'Reichelsheimer Nachrichten' haben im Rathaus nachgefragt, wie es nun dazu kam.



Die Reparatur der durch einen Verkehrsunfall beschädigten Fußgängerbrücke über die Horloff am Reichelsheimer Bürgerhaus wird teurer als erwartet. Darüber berichteten wir bereits am 22.März. Bei rund 20.000 Euro lagen die Angebote der Handwerksbetriebe für die Instandsetzung des Geländers bis dahin - doppelt so hoch, wie die Polizei den Schaden bezifferte. Nach Beginn der Instandsetzungsarbeiten vor Ort kam jetzt das Aus für die Brücke: Die Substanz der Brücke ist - auch aufgrund des Alters - doch so stark beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist, bzw. einem Neubau gleichkommen würde. Doch dafür steht derzeit kein Geld im Reichelsheimer Haushalt bereit.

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Das Aus für die Fußgängerbrücke kam kurz nach Beginn der Instandsetzung. Ein Fähre soll an gleicher Stelle nun eingerichtet werden.

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Die Grundsubstanz der Brücke ist soweit geschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist.

Massive Proteste der Eltern von Schul- und Kindergartenkindern über den andauernden Wegfall des Fußwegs zu Schule, Hort und Kindergarten häufen sich derzeit im Rathaus. Die Stadt steht unter Druck, da viele Kinder den Weg über die Brücke als sicheren Schulweg nehmen. Pfiffige Reichelsheimer Handwerker haben der Stadt Reichelsheim kürzlich einen Vorschlag unterbreitet, wie schnellstmöglich eine kostengünstige Lösung geschaffen werden kann. Diesen Vorschlag hat die Kommune geprüft und gerne angenommen - er ist einfach und relativ simpel umzusetzen.

Diese Idee sieht folgendes vor:
Die Brückenreste werden bis auf die Fundamente abgerissen. Die beiden ursprünglichen Brückenfundamente links und rechts der Horloff werden umgebaut zu je einem Fähranleger. Um die Horloff für den Fährbetrieb nutzbar zu machen, wird sie angestaut. Dafür sollen zwei alte Wehranlagen wieder in Betrieb genommen werden: Die Handwerker wollen das alte Wehr an der Steinbogenbrücke am Kindergarten 'Steinbeißer' wieder fit machen. Damit soll der Pegel der Horloff angestaut und die Fließgeschwindigkeit soweit gemindert werden, dass ein Fährbetrieb problemlos möglich ist. Nach Wiederinbetriebnahme des alten Wehres nahe der Bingenheimer Mühle soll der Wasserzufluss zum Horloffabschnitt über den Flutgraben reguliert werden, so dass auch bei Hochwasser ein Fährbetrieb möglich ist.

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Das alte Stauwehr an der Steinbogenbrücke der Neugasse soll zum Anstauen der Horloff reaktiviert werden.

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Über die alte Wehranlage an der Bingenheimer Mühle soll der Wasserzufluss reguliert werden.

Probleme bereitet derzeit noch die Ausführung der Fähre selber, so dass Kindern und Eltern gefahrlos übergesetzt werden können. Auf dem Reichelsheimer Bauhof wird derzeit fiberhaft experimentiert. Aus Euro-Paletten und alten Ölfässern wurde bereits ein Musterfloß gebaut und erste Belastungstest am Reichelsheimer Schützenteich durchgeführt. Ähnlich wie bei der Rumpenheimer Mainfähre soll das Floß mit einem Seil zwischen zwei Bäumen am Ufer gesichert werden, so dass es nicht abtreiben kann.

Zwischenzeitlich haben Mitarbeiter des Bauhofs bereits die Ausbildung zum 'Fährmann für Binnengewässer' angetreten. Ebenso sind Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz zur Ausbildung als Rettungsschwimmer entsandt worden.

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Mitarbeiter des Bauhofs beim Belastungstest des ersten Floßmodells auf dem Schützensee.

Beidseitig der Horloff wird ein Fährplan installiert, der die angebotenen Fährzeiten zu den gängigen Schul- und Kindergartenzeiten anzeigt. Sollten Fußgänger zu anderen Zeiten die Horloff queren wollen, kann der Bauhof-Notdienst über die installierte Fernsprecheinrichtung angefordert werden. Über die Handy-App "aFerry" können Fahrten mit der "Wäschbachsgrabenfähre" ab 1.April bereits im Voraus gebucht werden.

Die Stadt Reichelsheim lädt alle Einwohner zum ersten Spatenstich des neuen Fähranlegers am 1.April ein. Die Handwerker, aus deren Feder die Idee zum Projekt stammt, sind begeistert davon, dass die Stadt das Projekt "Wäschbachsgrabenfähre" nun so schnell umsetzt. "Ich spendiere die Rettungsringe", sagt ein Reichelsheimer belustigt.


Quelle: AlexanderHitz.de vom 01.04.2018
Bilder: Alexander Hitz, shz.de



Meldung von www.alexanderhitz.de