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Auf großer Tour: Mit dem Wohnmobil nach Oman
Frank Jermann und Anke Feil sind zu sechsmonatiger Reise aufgebrochen - Arabisch gelernt
HEUCHELHEIM. Gelassen erzählten Frank Jermann und Anke Feil von ihrer Tour. Für das Ehepaar aus Heuchelheim hat ein Abenteuer begonnen: Mit Wohnmobil und Roller sind sie zu einer sechsmonatigen Reise aufgebrochen. Ihr Ziel: der Oman. "Der Oman ist trendig", sagte Frank Jermann (51). Und ergänzte: "Der Oman bricht gerade auf, das Land will in den Tourismus einsteigen, es hat einen guten König."
"Wir werden Exoten sein", meinte seine Frau Anke (42). Die meisten Touristen reisen mit dem Flieger in das Land im Südosten der arabischen Halbinsel. Die beiden haben sich für den Landweg entschieden. Auf das Dach des Wohnmobils (Baujahr 1992, 117 000 Kilometer) bauten sie eine mobile Solaranlage, damit sie ihren eigenen Strom produzieren können. Über Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien geht es in die Türkei. In Istanbul ist ein etwas längerer Aufenthalt geplant, um ein Visum für den Iran zu besorgen. "Es hätte keinen Zweck, die Formalitäten schon von hier aus zu erledigen, denn bis wir an der Grenze sind, ist es abgelaufen." Durch den Iran führt der Weg der beiden weiter gen Süden, per Fähre wollen sie die Straße von Hormuz überqueren.
Von Dubai aus geht es weiter durch die Emirate in den Oman, wo sie um den 23. November ankommen möchten. "Da ist im Land Nationalfeiertag", sagte Jermann. Zwei bis drei Monate werden sie sich nehmen, um das Land zu erkunden, das etwas kleiner als Deutschland ist und in dem drei Millionen Menschen leben. Geprägt ist es von seinen Küsten am Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Im Landesinneren liegt die Wüste, davor das Omangebirge. Zurück führt ihre Reise über den Jemen, durch Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien in die Türkei.
"Wir sind in dem halben Jahr etwa 15 000 Kilometer unterwegs, das ist nichts Außergewöhnliches", meinte Jermann. Mit im Gepäck hat der 51-Jährige seine Fotoausrüstung, den Computer und mehrere Festplatten. Denn aus den Bildern möchte der freiberufliche Fotograf und Autor eine Multivisions-Show zusammenstellen, um später über die Erlebnisse zu berichten. "Im Herbst 2010 wird die Show fertig sein", versprach er. An die Arbeit denkt er noch nicht, viel wichtiger ist es ihm, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Die Ruhe zu genießen.
"Wir sind keine Risikotouristen."Anke Feil, WeltenbummlerinAnke Feil, die bei IBM im Softwarevertrieb arbeitet, hat bis November regulären Urlaub, dann bis zum 1. April unbezahlten. Vor zwei Jahren sprach sie erstmals mit ihrem Chef über die Auszeit. Seither plante das Paar seine Tour. Lernte Arabisch. "Die Zeichen können wir schon entziffern, die Sprache zu lernen, ist die Hölle", verriet Jermann. Selbstverständlich ist für Anke Feil, sich ihrem Urlaubsland anzupassen: Sie wird Kopftuch und Kleider tragen. "Eine schwarze Burka kaufe ich mir aber nicht." Wenn das Tuch locker gebunden ist, "sieht es richtig nett aus", meinte Jermann.
Viele Bücher, vorwiegend Reiseliteratur, gehören zum Gepäck. Das Karl-May-Buch "Durchs wilde Kurdistan" ist auch dabei. "Die Gegend ist die Wiege der Kultur, leider können wir nicht durch den Irak, das wäre das Sahnetüpfelchen gewesen", bedauerte Feil und betonte: "Wir sind keine Risikotouristen." Die beiden Weltenbummler wollen vorsichtig sein, kein Risiko eingehen. "Wir wissen um die Gefährlichkeit gerade im Jemen, wir werden nicht über Religion und Politik sprechen, die gefährlichen Gebiete meiden wir." Sie setzen darauf, dass sie als Deutsche gern gesehene Gäste sind.
Ideen, wie sie die ganz alltäglichen Probleme lösen werden, hatten sie auch: Zum Waschen montierten sie eine Kiste mit Deckel aufs Dach des Wohnmobils, Wäsche, Waschpulver und Wasser hinein, dann sollte es funktionieren. Im Land werden sie schauen, wie die Menschen leben, und von ihnen einiges nachahmen. "Bei einigen Dingen werden wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen", sagte Jermann. "Wir werden uns anpassen, es ist ein Abenteuer, da lässt sich nicht viel einschätzen."
Die Ruhe, der Abstand zum Alltag am Schreibtisch, an dem er sich und seine Werke vermarkten muss, reizen Jermann. "In aller Ruhe Artikel schreiben und Wandern gehen", schwärmte er. Denn im Oman gebe es gut ausgestattete Wanderwege. Anke Feil nimmt zum Ausgleich ihre Malsachen mit und gibt zu, dass beim Abschied von ihrer Mutter einige Tränen geflossen sind. Ihr Mann nennt ein weiteres Plus ihrer Tour: "Wir sparen uns einen Winter, zum Frühlingsanfang sind wir wieder hier." Ihre Reiseerlebnisse werden die beiden peu á peu in Jermanns Internetblog veröffentlichen.

Wollen im Oman den Abstand zum Alltag am Schreibtisch genießen: Frank Jermann und Anke Feil.
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Quelle: Kreis-Anzeiger vom 19.10.2009
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