Reichelsheim in der Wetterau
 Reichelsheim in der Wetterau 

Auf dem Weg zur Zuckerfabrik

Ende September beginnt in der Wetterau die Zuckerrübenernte. Riesige Maschinen sind dann auf den Strassen unterwegs. Schon lange werden die Rüben größtenteils nicht mehr von jedem Landwirt selber geerntet, sonder durch Maschinen von Lohnunternehmen ausgefahren. Solche Maschinen ("Roder") können 6 Reihen Zuckerrüben auf einmal ernten und arbeiten so wirtschaftlich in der heutigen Zeit.
Wir haben die Zuckerrübenernte in der Wetterau verfolgt und für Sie im Bild dargestellt.

rueben13.jpg Mit diesen Schildern weisen die Landwirte auf ihre Rüben hin: "Hier entsteht aus Wasser und Kohlendioxid unter Einsatz von 120.000kWh Sonnenenergie Zucker. Dabei werden bei einem Rübenertrag von 55 Tonnen pro Hektar und einem Zuckergehalt von 17% rund 9.000 Kilogramm Zucker gebildet. Außerdem werden 15 Mio. Liter Sauerstoff frei. Der Zucker eines Hekttars Rüben entspricht dem Jahresverbrauch von 270 Menschen. Der Sauerstoff reicht für 58 Menschen zum Atmen."
rueben1.jpg Ein Roder beim Ernten der Zuckerrüben. 6 Reihen werden gleichzeitig ausgefahren. Die Rübe wird "geköpft", d.h. das Blattwerk wird abgeschnitten, gehäckselt und zur Seite weggeschleudert. Die Rüben werden in einem bis zu 40 Kubikmeter fassenden Bunker (=26...29t) gesammelt und dann am Rand des Feldes auf einer Miete gelagert. Die Maschinen haben bis zu 500PS und eine Leistungskapazität von bis zu 1,5ha pro Stunde.
rueben2.jpg Wir sind unterwegs mit einem LKW der ZAAG (Zuckerrüben Auflade- und Abfuhr-Gemeinschaft). Im Feld bei Wölfersheim wird unser Sattelzug von dem Verladegerät der sogenannten "Maus" mit Zuckerrüben beladen. Über die fast 9m breite Aufnahme durchlaufen die Zuckerrüben mehrere Reingungsbänder, bevor sie über den Überlader auf den Sattelauflieger fallen.
rueben3.jpg Maus-Fahrer Volker bedient von der schallisolierten, rundum verglasten Kabine alle Funktionen der Maus. Bis zu 350 Tonnen Zuckerrüben pro Stunde können theoretisch verladen werden. Mit dem Überlader können Höhen von bis zu 6m und Entfernungen bis zu 13m überbrückt werden. Gerade bei Verladungen an Landstrassen, wo Strassengräben zwischen Maus und LKW liegen, entstehen leicht solche Entfernungen. 
rueben4.jpg Blick in die Kabine der Maus. Über das Terminal und den Joystick hat der Fahrer alle wichtigen Funktionen der Maus im Griff. Ohne Abzusteigen kann das Verladegerät in nur ca. 2 Minuten von Arbeitstellung in Transportstellung gebracht werden. Dazu müssen der Überlader und die Aufnahme eingeklappt werden. Über 20 Scheinwerfer ermöglichen auch bei Nacht das Verladen der Rüben.
rueben5.jpg Der LKW ist beladen und wir sind auf dem Weg zur Zuckerfabrik in Groß-Gerau. Die Fahrt führt zunächst nach Rosbach, hier fahren wir auf die Autobahn A5 in Richtung Frankfurt. Für Karlheinz ist es die zweite Tour an diesem Tag, Mittags hat er mit seinem Sohn Torsten gewechselt, der am Vormittag gefahren hat. Über das Frankfurter Kreuz, die A3 am Flughafen Frankfurt vorbei, das Mönchhofdreieck und die A67 erreichen wir Groß-Gerau.
rueben6.jpg Schon von der Autobahn aus kann man die großen Silos der Zuckerfabrik sehen. Je näher man der Fabrik kommt, um so intensiver wird der süßliche Geruch, der einem in die Nase steigt. Aus allen Richtungen kommen LKWs, Sattelzüge und Traktoren und bringen Zuckerrüben hierher.
rueben7.jpg Nachdem unser Sattelzug gewogen wurde, werden auch von unseren geladenen Rüben, wie von dem Sattelzug vor uns, einige für Proben entnommen. Hier wird z.B. Schmutz- und Zuckergehalt bestimmt.
rueben8.jpg Karlheinz fährt mit dem Sattelzug in die sogenannte "Abspritzung". Hier werden die Rüben, nach Öffnen der Bordwand mit Wasser von der Ladefläche gespritzt. Dadurch werden Rüben schon mal vorgereinigt, bevor sie von hier aus auf die große Halde laufen.
rueben9.jpg Blick vom Bedienstand der "Abspitzung" auf unseren Sattelauflieger. Mit einem kräftigen Wasserstrahl wird auch die letzte Zuckerrübe von der Ladefläche geholt.
rueben10.jpg Auf einer riesigen Halde werden die Zuckerrüben zwischengelagert, bevor sie in der Fabrik zu Zucker verarbeitet werden. Aus jeder Rübe kann man ca. 120g Zucker gewinnen.
rueben11.jpg Nach der Entladung wird der LKW auf eine kleine Rampe gefahren. Durch die Schräglage läuft das auf der Ladefläche stehen gebliebene Wasser vom Auflieger. In dieser Zeit verriegelt Karlheinz die Bordwände wieder. Öffnen lassen diese sich zwar per Fernbedienung vom Führerhaus, das Verriegeln geschiet aber per Hand.
rueben12.jpg Während wir wieder auf der Rückfahrt von Groß-Gerau sind, hat Volker die Zuckerrübenmiete komplett verladen und die Maus in Transportstellung gebracht. Feierabend ist noch lange nicht; es geht weiter zur nächsten Miete, die Zuckerfabrik nimmt bis um 22 Uhr Zuckerrüben an...



 Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de