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| Reichelsheim in der Wetterau |
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Die Kirchenglocken
Die Reichelsheimer Kirche muß von jeher drei Glocken gehabt haben. Dies geht aus der Glöcknervorschrift aus dem Jahre 1572 hervor. Danach besaß also auch die Vorgängerin unserer heutigen Kirche, eine Parochialkirche, bereits 3 Glocken. Diese wurden dann auch in der neuen Kirchen 1485 aufgehängt. Als im Jahr 1645 die große Glocke gesprungen war, haben die Bürger eine freiwillige Leistung zur neuen Glocke versprochen. Sie wurde vom Meister Schornbein aus Marburg im Haingraben gegossen. Am 17. Juli 1645 wurde sie aufgehängt. Sie wog 20 Zentner.
Am 1. Advent des selben jahres zersprang sie wieder. Daraufhin wurden am 15. Juli 1653 die alten 3 Glocken zusammen gegossen und 3 andere auf musikalischen Ton daraus gegossen. Sie erklangen in den Tönen "f", "as" und "b" und haben diesen 3-Klang bis zum heutigen Tag behalten.
Der Meister, der sie gegossen hatte war M. Antonius Paris. Die Gemeinde verpflichtete sich, dafür dem Meister auf seine eigene Kost 85 Reichstaler auf 3 Ziel in 2 jahren zu bezahlen. Hierzu hatte die Kirche auf jedes Ziel 3 Reichstaler zugeben versprochen. Von den 3 Glocken blieben 170 Pfund Speise übrig, welche für 32 Reichstaler verkauft wurden. Von dem Erlös wurden 1654 drei neue Glockenklöppel gekauft, sowie ein Kelch für 22 Reichstaler. 1764 wurde eine neue kleine Glocke von dem Meister Johann Peter Bach aus Windecken geliefert und 1786 eine neue mittlere Glocke von dem Glockengießer Otto aus Gießen. Als diese 1899 beim Läuten gesprungen war, schaffte die die bürgerliche Gemeinde eine neue ungefähr vom gleichen Gewicht und gleicher Größe an. Sie kam aus der Glockengießerei Ulrich Apolda aus Gießen. Die Glockeninnschrift lautete: "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort".
Diese Glocke wurde zusammen mit dem Schulglöckchen am 25. Juli 1917 abgeliefert und für die Herstellung von Kriegsgerät eingeschmolzen. Am 15 Juli 1921 wurde eine neue Glocke eingeholt, die am 17. Juli 1921 geweiht wurde. Auch im zweiten Weltkrieg blieben die Glocken nicht verschont. Zwei Glocken, die Mittlere und die Kleine mussten diesmal abgeliefert werden. Die Mittlere wurden, widersinnig zu ihrer Aufgabe, für einen sinnlosen Zweck eingeschmolzen, der Kleinen blieb zum Glück dieses Schicksal erspart. Sie stand auf einem Sammelplatz in Hamburg und wurde nach Kriegsende wieder zurückgeholt. Am 18. November 1954 wurde von der Stadt Reichelsheim der Auftrag zur Herstellung einer neuen mittleren Glocke an die Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinn erteilt. Sie wurde am 5. April 1955 aufgehängt. Nach einem Vorschlag vom damaligen ersten Beigeordneten und langjährigen späteren Bürgermeister Otto Nohl, trägt sie den Spruch: "O Land, Land , höre des Herrn Wort, allgewaltig meine Stimme und mahnend ewig für den Frieden".
Die Kirchenglocken im 2.Weltkrieg

1944, die mittlere Glocke wird aus dem Fenster des Turmes gestoßen und fällt in die Tiefe.
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1955, die neue mittlere Glocke wird in den Turm gezogen.
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Urkunde über die 'Metallspende' der evangelischen Kirche im 2.Weltkrieg.
(Quelle: Reichelsheim in der goldenen Wetterau - Historische Betrachtungen)
Glockensteuerung
Wurden bisher die Glocken von Hand geläutet, so wurde von der Stadt das Läuten wie auch das Uhrwerk am Kirchturm auf elektrischen Antrieb mittels einer Läutemaschine umgestellt. Die sog. Läutemaschine wurde später durch eine digitale Funkuhr (links) ersetzt. Seit dem schlägt die Uhr sekunden genau und das Läuten kann individuell programmiert werden.
So möge der Ruf der Glocken auch in Zukunft weit hinausschallen in unsere Heimat, überall gehört werden und Eingang finden in unsere Herzen. Er soll heute mehr denn je mit dazu beitragen, die Menschheit vor Krieg zu bewahren und ihr ein Leben in Frieden und Freiheit zu sichern.
Bilder
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Bild links oben
Die kleine Glocke ist die zweitälteste
im Turm und wurde 1764 gegossen.
Bild rechts oben
Die mittlere Glocke wurde 1955 auf-
gehängt und trägt die Innschrift
"O Land, Land , höre des Herrn Wort,
allgewaltig meine Stimme und
mahnend ewig für den Frieden"
Bild links
Die älteste Glocke ist auch die
Größte im Turm. 1653 wurde sie von
M. Antonius Paris gegossen. |
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Laurentius Kirche
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| Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de |
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