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| Reichelsheim in der Wetterau |
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Der Braunkohlebergbau
Die Braunkohlevorkommen in der Wetterau sind bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Die in der Horloffsenke in Nord-Süd Richtung liegenden Lagerstätten hatten eine Länge von 15km und eine Breite von 300...600m bei einer Flözmächtigkeit von ca. 9m. Der Braunkohleabbau in der Wetterau lässt sich in drei Betriebsperioden aufteilen:
- Beginn des Wetterauer Braunkohlebergbaues im Jahr 1804 bis zur Errichtung des Schwelkraftwerkes durch die "HEFRAG" im Jahre 1927 in Wölfersheim. Es wurden ca. 8,6 Millionen Tonnen Braunkohle fast ausschließlich als Hausbrand und Industriekohle verkauft.
- Kohleförderung im Tage- und Tiefbau außschließlich zur Verschwelung und Stromerzeugung durch die "HEFRAG" und "PREAG" von 1927 bis 1962. Es wurden ca. 20,4 Millionen Tonnen Braunkohle gewonnen.
- Förderung der Braunkohle im Tagebaubetrieb zur Verstromung im Kraftwerk Wölfersheim. Von 1962 bis 1991 wurden rund 40 Millionen Tonnen gefördert.
Obwohl der Brennwert der Wetterauer Braunkohle sehr gering war, begann man in der doch recht waldarmen Wetterau, wo man dringend auf Brennstoffe angewiesen war, mit dem Abbau der Kohle. 1804 wurde erstmals im Braunkohlenbergwerk Ossenheim durch Graf Vollrad zu Solms-Rödelheim die Förderung der Braunkohle aufgenommen, die zunächst im Hausbrand, in Gewerbebetrieben und in den Bad Nauheimer Salinen Absatz fand. Der Betrieb der Ossenheimer Grube lief bis 1811, Nachfolgebetrieb wurde die Grube Bauernheim, die bis 1868 in Betrieb war, wo erstmals auch Formklötze hergestellt wurden. 1863 eröffnete in Ossenheim erneut ein Bergwerk, in dem bis 1896 Braunkohle gefördert wurde.
Überblick über die Tiefbaugruben der HEFRAG/PREAG
| Name |
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Lage |
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Betriebszeit |
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Kohle (Mio.t) |
| Grube Ludwigshoffnung |
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westlich von Wölfersheim |
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1913-1918 |
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0,35 |
| Grube Wölfersheim |
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nördlich Wölfersheim |
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1917-1934 |
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1,16 |
| Grube Weckesheim |
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süd-östlich Weckesheim |
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1917-1962 |
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4,44 |
| Grube Gettenau |
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zwischen Gettenau & Wölfersheim |
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1919-1935 |
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1,97 |
| Grube Melbach |
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östlich Melbach |
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1929-1937 |
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0,50 |
| Grube Römerstraße |
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zwischen Echzell und Wohnbach |
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1935-1962 |
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4,56 |
| Grube Heuchelheim |
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westlich Heuchelheim |
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1941-1962 |
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3,37 |
| Grube Trais-Horloff |
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nördlich Trais Horloff |
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1947-1949 |
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0,10 |
| Grube Weckesheim-SW |
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nördlich Dorn-Assenheim |
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1949-1961 |
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0,79 |
| Summe Tiefbau |
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1913-1962 |
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17,24 |
Die Grube Weckesheim
Die Tiefbaugrube Weckesheim wurde im Jahr 1842 durch die Fürstlich Solms-Braunfelsische Standesherrschaft eröffnet worden. 1916 ging die Grube an den hessischen Staat über. Bis zum Jahre 1911 wurde die geförderte Braunkohle lediglich zu Heizmaterial (Presssteine) verarbeitet. Ab 1912 wurde nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Wölfersheim auch dorthin Braunkohle geliefert. 1926 wurde die Presssteinherstellung in Weckesheim aufgegeben. 1931 wurde ein neuer Förderschacht abgeteuft und die Braunkohle zunächst mit einer Seilbahn zur Grube Ludwigshoffnung bei Wölfersheim und von dort weiter zum Kraftwerk transportiert. Die Grubenbahn zum Kraftwerk Wölfersheim wurde 1954 nach Weckesheim verlängert. Erst zum 14. August 1962 wurde die Förderung eingestellt. Von 1917 bis 1962 sind 4,4 Millionen Tonnen Kohle im Tiefbau gewonnen worden.
Bei Weckesheim wurde 1949 ein weiterer Tiefbaubetrieb aufgeschlossen, der als Tiefbau Weckesheim-Südwest bezeichnet wurde. Er lag zwischen Dorn-Assenheim und Weckesheim und war mit einer Luft-Seilbahn mit der Grube Weckesheim verbunden. Bis ins Jahr 1961 wurden hier 0,8 Mio t Kohle gefördert.

Blick von der Landstraße Weckesheim-Reichelsheim auf die Grube Weckesheim.
Im Vordergrund die Seilbahn nach Wölfersheim, im Hintergrund der Förderschacht.

Die Seilbahn wurde über Straße und Bahnlinie mit einer Brücke geführt (Schutz vor
fallendem Material).

Luftaufnahme der Grube Weckesheim. Links unten ist der Kohlverladebunker und der
Gleisanschluß des Kohlebähnchens zu erkennen. Rund um die Grube hatten sich in
den Bruchfeldern Teiche gebildet, die später mit Abraum aus den Tagebauen verfüllt
wurden.

Die Schachtanlage "Weckesheim-Alt" um 1950, mit Seilbahn, Förderturm, Bandbrücke
und Verladebunker. Die Seibahn im Vordergrund führt zur Schachtanlage Weckesheim-
Südwest bei Dorn-Assenheim.
Die Grube Heuchelheim
1940 begann die damalige HEFRAG mit den Aufschlußarbeiten für die Tiefbaugrube Heuchelheim, die nördlich von Heuchelheim lag. 1942 wurde dort die Kohleförderung aufgenommen. Bis 1962 wurden 3,4 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

Blick vom Förderschacht auf die Grube Heuchelheim.
Weitere Gruben rund um Wölfersheim
1873 ging bei Melbach die Grube "Ludwigshoffnung" in Betrieb und wurde noch während der Betriebszeit bis 1908 durch die neue gleichnamige Grube "Ludwigshoffnung" bei Wölfersheim ersetzt. Diese Grube hatte eine 1,8km lange Seilbahnanbindung an die Preßsteinfabrik am Bahnhof Södel. Die "Ludwigshoffnung" war Sammelpunkt aller Seilbahnen aus den umliegenden Gruben.
In den Jahren 1919 bis 1935 wurden in der Tiefbaugrube Gettenau, die zwischen der "Hohen Strasse" und dem Kraftwerk Wölfersheim in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grube Ludwigshoffnung lag, fast zwei Millionen Tonnen Braunkohle gefördet. Zunächst wurde die Kohle per Seilbahn transportiert, ab 1930 wurde die Kohle bis zur Erschöpfung der Vorräte per Grubenbahn transportiert. Gleiches galt für die Grube Wölfersheim-Nord. In diesem Betrieb wurden von 1917 bis 1934 ca. 1,2 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Eine weitere Grube befand sich östlich von Melbach (Tiefbau Melbach). Zwischen 1929 und 1937 wurden 0,5 Millionen Tonno Braunkohle gefördert.
Heute noch erinnert der Kohlebunker an der Römerstrasse (Bild) an die gleichnamige Grube, die 1934 die Kohleförderung aufnahm. Die Kohle wurde zunächst über einen Schacht, ab 1938 über einen Schrägstollen gefördert. 1962 stellte die Grube Römerstrasse als letzte Tiefbaugrube die Köhleförderung ein, da zwischenzeitlich auf Tagebaubetrieb umgestellt worden war. Bis 1962 wurden hier 4,6 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut.
Bilder: Alexander Hitz, Manhold Balzer
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Reichelsheim
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| Reichelsheim im Internet: www.AlexanderHitz.de |
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